Letzte Südkoreaner verlassen koreanische Sonderwirtschaftszone

3. Mai 2013, 15:31
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Geldtransporter liefern ausstehende Löhne an Nordkorea

Seoul/Pjöngjang - Süd- und Nordkorea haben angesichts ihrer politischen und militärischen Spannungen praktisch alle Verbindungen gekappt. Gut einen Monat nach dem Produktionsstopp im gemeinsamen Industriepark von Kaesong verließen am Freitag auch die letzten dort noch verbliebenen Südkoreaner das kommunistische Nachbarland. Die sieben Südkoreaner seien aus der Sonderwirtschaftszone in Nordkorea zurückgekehrt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. "So weit uns bekannt ist, befindet sich kein Südkoreaner mehr in Nordkorea", sagte ein Sprecherin der Behörde.

Zugleich hätten zwei Geldtransporter 13 Millionen Dollar (9,1 Millionen Euro) zur Bezahlung ausstehender Löhne für nordkoreanische Arbeiter, Steuern und Nebenkosten wie beispielsweise Telekommunikationsgebühren in Kaesong abgeliefert, sagte die Sprecherin. Der Rückkehr waren tagelange Verhandlungen um Geldangelegenheiten mit dem Norden vorausgegangen. Zur letzten Gruppe gehörten fünf Vertreter des Managementkomitees für den Kaesong-Komplex sowie zwei Mitarbeiter des Kommunikationsunternehmens KT.

Keine Antwort von Nordkorea

Zum ersten Mal ist jetzt die grenznahe Sonderzone seit dem Beginn der Produktion Ende 2004 praktisch verwaist. Nordkorea hatte mehrfach mit dem endgültigen Aus des letzten innerkoreanischen Wirtschaftsprojekts gedroht, das als Symbol der Zusammenarbeit galt.

Südkorea habe über die letzte zurückgekehrte Gruppe in Kaesong das Regime in Pjöngjang aufgerufen, die bereits gekappten Telefonverbindungen zwischen den Militärs beider Länder und zwischen den Rotkreuz-Verbänden an der Grenze wiederherzustellen, sagte die Sprecherin in Seoul. Nordkorea habe bisher "weder mit Ja noch Nein" geantwortet.

Extrem angespannte Lage

Seoul hatte Ende der vergangenen Woche alle bisher noch verbliebenen Landsleute zum Verlassen der Zone aufgerufen, nachdem Pjöngjang ein Dialogangebot abgelehnt hatte. Pjöngjang hatte im April alle 53.000 Landsleute aus dem Gewerbekomplex abgezogen, die dort für 123 Unternehmen aus Südkorea gearbeitet hatten.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar als extrem angespannt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt und wiederholt Kriegsdrohungen ausgestoßen. (APA, 3.5.2013)

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