Gefährlichster Job der Welt: Bereits 36 Journalisten in Syrien getötet

3. Mai 2013, 09:59
1 Posting

Zwei in Syrien getötete Journalistinnen posthum mit Preis geehrt

Amnesty International hat zum Welttag der Pressefreiheit (3. Mai) die offenbar gezielte Tötung dutzender Journalisten im Bürgerkriegsland Syrien angeprangert. "Sowohl die syrischen Regierungstruppen als auch die bewaffnete Opposition sind für Gewalttaten gegen Journalisten verantwortlich", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Freitag. Sie verwies auf einen internen Bericht, demzufolge seit Beginn des Konflikts 2011 mindestens 36 Journalisten vermutlich bewusst umgebracht wurden.

"Angriffe auf Zivilisten, und dazu gehören Journalisten, sind Kriegsverbrechen", mahnte die Syrien-Expertin von Amnesty International, Ruth Jüttner. Sie forderte die Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH/ICC) durch den zuständigen UNO-Sicherheitsrat.

Gefährlichster Job der Welt

Die Berichterstattung über den syrischen Bürgerkrieg vom Ort des Geschehens ist zu einem der gefährlichsten Berufe der Welt geworden. Dabei sind die Reporter nicht nur den Gefahren der Kämpfe ausgesetzt, sondern werden zunehmend auch Opfer von Verschleppungen oder Lösegelderpressungen - von Seiten der Staatsführung in Damaskus sowie durch Rebellen und Extremisten. Allein sieben Journalisten gelten nach wie vor als vermisst, darunter der US-Reporter James Foley, der monatelang Videomaterial an die Nachrichtenagentur AFP geliefert hat.

Posthume Auszeichnung

Am Donnerstag wurden zwei im syrischen Bürgerkrieg getötete ausländische Journalistinnen sind am Donnerstag mit einem Preis des Internationalen Presse-Instituts (IPI) für ihren Einsatz für die Pressefreiheit geehrt worden. Die Organisation IPI würdigte in einer Erklärung die US-Journalistin Marie Colvin sowie die japanische Fotoreporterin Mika Yamamoto als World Press Freedom Heroes (Helden der weltweiten Pressefreiheit). Die beiden Frauen sind demnach zwei von insgesamt 39 Journalisten, die im vergangenen Jahr in Syrien getötet wurden. Syrien sei derzeit der gefährlichste Ort der Welt für Journalisten, erklärte IPI.

Colvin, die für die "Sunday Times" arbeitete, war im Februar 2012 beim Angriff auf ein provisorisches Pressezentrum in Baba Amr in der zentralen Provinz Homs getötet worden. Mit ihr starb der junge französische Fotograf Remi Ochlik. Die 56-Jährige Colvin war eine erfahrene Kriegsreporterin. Im Bürgerkrieg in Sri Lanka wurde sie 2001 durch einen Bombensplitter verletzt und verlor ein Auge. Seither trug sie eine schwarze Augenklappe. Die 45-jährige Yamamoto, die für die japanische Nachrichtenagentur Japan Press in Syrien war, geriet im August im nördlichen Aleppo in Gefechte zwischen Soldaten und Aufständischen.

Mut und Hingabe

IPI-Vizedirektor Anthony Mills würdigte der Erklärung der Organisation zufolge die Journalistinnen für ihren "Mut, ihre Professionalität und ihre unerschütterliche Hingabe zum Beruf". Sie seien "außergewöhnliche Journalistinnen" gewesen. Die Preise sollen offiziell beim Weltkongress des IPI überreicht werden, der Ende Mai in Jordanien stattfindet. Am Freitag wird der "Internationale Tag der Pressefreiheit" begangen. (red, APA, 3.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bereits 36 Kriegsreporter in Syrien bezahlten ihre journalistischen Recherchen mit dem Tod.

Share if you care.