Google Glass: Zu nerdig, zu weiß, zu männlich

3. Mai 2013, 09:21
  • Robert Scoble mit Google Glass - einen Tag nach seinem bekannten "Duschfoto"
    foto: robert scoble (google+)

    Robert Scoble mit Google Glass - einen Tag nach seinem bekannten "Duschfoto"

Zu wenig Diversität und zu viel "Macho-Gehabe" würden das Produkt vorab scheitern lassen, meinen Kritiker

Googles vielversprechendes Produkt Google Glass wird schon vor seinem Marktstart heiß diskutiert. Entwickler und Journalisten, die die Datenbrille schon vorab testen können, machen mit Videos und zahlreichen Bildern auf die Features und Möglichkeiten dieser Technologie aufmerksam. Unter anderem hat der Tech-Blogger Robert Scoble mit seinen Aussagen und Fotos zu Google Glass für Aufsehen gesorgt. Doch einige Medien sehen diese Art des Marketings für das Produkt mit Skepsis. Sie glauben, dass Tech-Fans und Nerds dem Produkt ein schlechtes Image verleihen könnten.

Vergleiche mit Segway

Wired-Autor Markus Wohlsen glaubt, dass der "antisoziale Aspekt" von Google Glass das Produkt für die Masse unattraktiv und abschreckend erscheinen lassen könnte. Als Beweis für seine Theorie, dass Google Glass idiotisch aussehe, sieht er den Tumblr-Blog "White Men Wearing Google Glass". Diese Selbstdarstellung von Menschen, die meinen, sie sehen mit der Datenbrille cool aus, sei vergleichbar mit dem Segway: Auch damals hätte man geglaubt, dass der Segway die Welt verändern würde, noch bevor er auf dem Markt war.

Tech-Menschen gratulieren sich gegenseitig

Segways wären langweilig und die Hersteller hätten es nicht verstanden, auf die irrationalen Bedürfnisse von Autofahrern abzuzielen. Als weiteres Beispiel nennt Wohlsen das Bluetooth-Headset, dessen Image er ebenfalls in Frage stellt. Google Glass wäre in seinem Entstehungsprozess ähnlich: Was mit Google Glass aktuell passiert, ist, dass "wichtige Tech-Menschen zu viel Zeit damit verbringen, sich gegenseitig zu gratulieren". 

Memes schädigen das Image

ZDNet-Autor Tom Foremski meint: Viele schämen sich und trauen sich nicht, Google Glass zu tragen und sich damit fotografieren zu lassen, da sie nicht auf einer dieser Seiten landen wollen. Memes wie die "White Men Wearing Google Glass" könnten ein Produkt zerstören, das noch nicht einmal verkauft wird. Das negative Sentiment würde Google hier nur schwer loswerden, weshalb Diversität unter den Testpersonen gefragt wäre. Diversität innerhalb der "Geek Community" zu schaffen wäre für Foremski deutlich "cooler" für das Produkt als "weiße Typen", die damit in Verbindung gebracht werden.

Google Glass ist "männlicher"

Als Problem sieht der Wired-Autor auch, dass Google-Mitgründer Sergey Brin bei einem TED-Talk meinte, Google Glass sei männlicher ("more macho") als die Nutzung eines Smartphones. Das würde unmittelbar dazu führen, dass die Masse das Produkt als "nerdig" ansieht. Wer mit einem Produkt Geld verdienen will, so Wohlsen, muss die Kunden dazu kriegen, das Produkt zu lieben. Und mit solchen Fotos, wie sie in dem Tumblr-Blog zu finden sind, würde das niemals funktionieren. (red, derStandard.at, 3.5.2013)

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freue mich schon auf die ersten schwan7-navi-geräte von tomtom für männer.

deswegen haben sich ja auch handys nicht durchgesetzt, weil die leute anfangs ausgelacht wurden die in der öffentlichkeit telefoniert haben und als extra hip und wichtig gelten wollten weil sie sich so ein wunderding ans ohr gehalten haben.

Naja, eine Augmented Reality App, die einen nackten Körper über vorbeigehende Personen rendert, wird das Projekt schon retten ...

Da bekommt der Narrenkastl-Blick eine ganz neue Bedeutung ...

"Das würde unmittelbar dazu führen, dass die Masse das Produkt als "nerdig" ansieht"

das teil IST NERDIG!

Zu nerdig, zu weiß, das mögen Zuschreibungen sein, die vielleicht in den USA potentielle Käufer aus der Hauptzielgruppe (weiße, männliche Nerds) abschrecken mögen, dafür aber wahrscheinlich den Erfolg auf dem asiatischem Markt garantieren.

Man lässt, lange bevor das Ding auf den Markt kommt, uns Palaverer in den Massenmedien ausgiebigst darüber palavern. Damit erspart sich Google dann, wenn das Ding auf den Markt kommt, schon mal einen gewaltigen Haufen Werbekosten. Und wir Palaverer bekommen dafür was von Google? Richtig. Dasselbe Spielchen spielen Apple und Microsoft u.v.a (!) auch mit uns. Aber darüber wurde, wenn mich nicht alles täuscht, ja ebenfalls schon ausgiebigst palavert.....

Es fehlt eine

in Rosarot für die Mädchen !!!!
natürlich ein paar Strass-Steinchen (Fiona-Klunker) und Jährlich ein neues Design .. (by Kitschi, Gil is anders, Abmahni, und wie die alle heissen mögen)
Dann ist es auch für Frauen akzeptabel ....

Der augmented Reality des Google Glass kann ich durchaus was abgewinnen. Dass dies aber gleich mit einer Kamera verbunden ist, finde ich eher schlecht.

Interessant wird es werden, wenn die ersten Klagen auf Google-Glass-Träger zurollen:

http://derstandard.at/136370949... ew-im-Auto

Das haben die kurzsichtigen Analysten beim iPhone damals auch geschrieben

und so schnell konnte man gar nicht schauen, war es das Statussymbol der entsprechenden Schichten und in jeder UBAHN zu bewundern.

also, wenn ich den/die ersten damit in der ubahn sehe

muss ich wieder mal mein menschenbild neu adjustieren und die letzte hoffnung auf intelligentes leben auf dem planeten aufgeben...

"so wie ich die Sache sehe

ist die Intelligenz bereits ausgerottet und es leben nur mehr die Idioten"

Völlig logisch, ist ein gewollter Effekt der Züchtung derten Nutzmenschen durchde Selektion (statistisch gesehen: je ungebildeter und erfolgloser, desto mehr Kinder).

Nur so kann man sicherstellen, dass die braven Konsumenten und unkritischen Wähler die Mehrheit stellen, nicht gegen die Nutzmenschhaltung aufbegehren und so die Mächtigen an der Macht bleiben.

sie verwechseln da einige dinge

in franzreich beispielsweise können eltern von drei kindern problemlos ihren berufen nachgehen, weil ein versorgungsangebot da ist.

bei uns geht das nicht und so werden kinder bei steigenden lebenshaltungskosten und konsumdruck als armutsfalle gesehen.

hat also nicht mit interelligenz, sondern falscher politik zu tun …

Pardon, ich sehe das (aus evolutionärer Sicht) etwas anders. Intelligenz führt in natürlichem Umfeld zu Erfolg und der Möglichkeit, sich Fortzupflanzen (seine Gene weitergzugeben). Dadurch wird auf die Eigenschaft "Intelligenz" hin selektiert (und weniger in ihrem Umfeld Erfolgreiche pflanzen sich weniger fort).

Bei domestiziertem Nutzvieh hingegen ist es üblich, durch "Betreuungsangebote" für den Nachwuchs primär dozil funktionierende Individuen zur Fortpflanzung anzuregen, die allein nicht überlebensfähig wären.

Für mich ist es die falsche Politik, auf Massen-Nutzmensch-Züchtung (das Dogma ewigen Wachstums auf einem begrenzten Planeten) zu optimieren, statt auf die Eigenschaft "Sapienz" der Homo mehr-oder-weniger-Sapiens.

Weil technologischer Fortschritt ein Zeichen von fehlender Intelligenz ist?

"Zu nerdig, zu weiß, zu männlich"

Klar. War mein erster Gedanke. Wie soll ich das Produkt durchsetzen, solange es nicht in rosa, mit Schmetterling auf dem Bügel erscheint?

Was soll diese Schwachsinnsaussage?

Google Glass gibt es in der ersten Version primär für Leute, die für Technikmagazine o.Ä. arbeiten. Und da sind eben mehr Männer als Frauen, oh Wunder. Aber noch blöder ist die Aussage "zu weiß" - was hat das bitte mit der Hautfarbe zu tun?

Wie gesagt, im Moment hat Glass noch ein sehr begrenztes Einsatzgebiet, eben Menschen die darüber berichten. Ist ja logisch, Google will ja in die Medien damit. Wenn es dann "normal" verfügbar ist, hat man dieselbe Zielgruppe wie die erste Welle an Android-Smartphones: Die kauften anfangs auch eher "Nerds", inzwischen ist es viel breiter gefächert.

hat man bei jeder neuen erfindung vorausgesagt, angefangen vom auto bis zum iphone. wenn das ding gut ist, wird es sich durchsetzen. wenn es so ein schrott wie segway ist, dann nicht. so einfach ist das.

Segways sind nicht schrott oder unbrauchbar per se

nur halt einfach viel zu teuer für einen normalen Mensch mit 2 gesunden Beinen. Wenn das Ding 300 Euro kosten würde, könnte man schon einen Kauf in Erwägung ziehen, tut es halt nicht.

Weiters folgendes Porblem

Mann darf mit den Dingern fast nirgends fahren -
Die gelten als "Spielzeug" .- darf man also nicht auf der STrasse und nicht auf dem radweg verwenden - nur auf dem Gehsteig .. ???

jo bei uns in ö ist das so , leider , aber das ist kaum die schuld von segway dass wir nur so alte erzkonservative politiker haben die immer ewig brauchen bis sie auf eine neuerung reagieren , wenn überhaupt ..

So gehen Innovationen unter

- a) zu teuer (könnte sihc bei "Masse " ändern
- b) darf man nirgends fahren
- c) Das Not-Bremsen eine der schwirigsten aufgaben, die imho noch nicht richtig gelöst wurde ... es haut einem im Notfall anständig nach vorn ..

warum sind segways schrott ?

wenn man etwas als "zu schwarz, zu weiblich" kritisieren tät, wär man gleich als Rassist und Sexist gebrandmarkt, aber mit uns weissen Männern kann mans ja machen...

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