Pressefreiheit unter Druck: UNO fordert mehr Sicherheit

3. Mai 2013, 00:10
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Muslimbruderschaft, Syriens Al-Nusra-Front, Chinas neuen Präsidenten, bewaffnete Gruppen in Pakistan und Extremisten auf den Malediven stellt Reporter ohne Grenzen am Tag der Pressefreiheit an den Pranger

Wien - 39 Feinde der Pressefreiheit listet Reporter ohne Grenzen zum Tag der Pressefreiheit am Freitag auf. Gewalt gegen Journalisten ist ungebrochen. Seit 1. Jänner 2013 wurden 17 Medienarbeiter getötet, 180 Journalisten sind derzeit inhaftiert.

Fünf neue Feinde sind erstmals auf der Liste:

Die Herausgeber- und Chefredakteursposten in staatlichen Medien besetzte die Muslimbruderschaft in Ägypten mit Gefolgsleuten. Ausländische Journalisten werden unter Druck gesetzt, Staatspräsident Mohammed Morsi geht über die Generalstaatsanwaltschaft gegen kritischen Journalismus vor.

Seit Beginn des Krieges im März 2013 wurden mindestens 23 Journalisten und 59 Bürgerjournalisten in Syrien getötet. Die Al-Nusra-Front greift Staatsmedien an, entführt Journalisten und bedroht Kritiker aus dem Ausland.

Der neue chinesische Präsident übernimmt den Platz des alten als Feind der Pressefreiheit. Xi Jinping geht ebenso restriktiv gegen Kritiker vor wie sein Vorgänger Hu Jintao. Neue Feinde der Pressefreiheit sind weiters die bewaffneten Gruppen in Pakistan, die für Unabhängigkeit in der Provinz Baluchistan kämpfen, sowie die Extremisten auf den Malediven.

UNO-Aktionsplan

An die Bedeutung der Pressefreiheit erinnerte am Donnerstag UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon: Weltweit seien Medienleute "immer größeren Gefahren ausgesetzt". Die UNO hat einen Aktionsplan für die Sicherheit von Journalisten und gegen Straflosigkeit entwickelt. Ziel ist, "praktische Schritte zu entwickeln, damit Journalisten ungehindert und frei berichten können".

Der ukrainische Außenminister Leonid Kozhara, derzeit Vorsitzender der OSZE, betonte, dass Attacken auf Journalisten "inakzeptabel" seien. (APA/prie, DER STANDARD, 3.5.2013)

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