KiK-Textilien in Trümmern von Fabrik in Bangladesch gefunden

2. Mai 2013, 20:05
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Das Unternehmen behauptet, seit 2008 keine Geschäftsbeziehungen mehr mit der Fabrik zu haben

Gut eine Woche nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 430 Toten sind Vorwürfe gegen deutsche Textilhändler laut geworden. Der Diskonter Kik zeigte sich jedoch überrascht, dass Produkte der eigenen Marke in den Trümmern gefunden worden sein sollen. Fakt sei, dass es seit 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen zwischen Kik und denen im Rana Plaza ansässigen Lieferanten gegeben habe. Die Clean-Clothes-Kampagne, die sich für gerechte Arbeitsbedingungen für TextilarbeiterInnen einsetzt, hatte am Donnerstag berichtet, dass zahlreiche Textilien von Kik in den Trümmern gefunden worden seien.

In der Mitteilung von Clean Clothes hieß es: "Wir sind schockiert - es zeichnet sich ab, dass Kik innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist." In dem zerstörten Gebäude sei auch für Kunden in Europa und den USA genäht worden, darunter Mango aus Spanien und Primark aus Irland. Der Textildiskonter Primark hatte bereits mitgeteilt, ein Team arbeite vor Ort daran, den Menschen Soforthilfe wie auch längerfristige Unterstützung zukommen zu lassen.

Man sei "überrascht, betroffen und erschüttert", dass neben anderen Marken auch Textilien von Kik gefunden worden seien, reagierte Kik. "Wir prüfen deshalb intensiv zusammen mit dem entsprechenden Importeur, wie die gefundenen Labels und Textilien zu erklären sind." Parallel gehe es darum, Hinterbliebenen und Verletzten schnell zu helfen.

Aufträge eingegangen

Das Unternehmen NKD bestätigte ebenfalls, dass bis wenige Monate vor dem Unglück Ware für die Kleidungskette in dem Gebäude gefertigt wurde. Vermittelt durch ein Unternehmen aus der norddeutschen Keinstadt Ahrensburg seien mehrere Aufträge an die Phantom Apparels Ltd gegangen, teilte das Unternehmen mit. Die letzte Ware sei im Juni 2012 übergeben worden. Wegen Qualitätsproblemen habe NKD die Zusammenarbeit noch 2012 beendet. (APA, 2.5.2013)

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    Auch Kik soll bis vor kurzem in der eingestürzten Fabrik Textilien herstellen haben lassen. Das Unternehmen dementiert.

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