Brahimi will Amt zurücklegen

2. Mai 2013, 18:36
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UNO will den Diplomaten "überzeugen, noch einige Tage dranzuhängen", aber Brahimi sieht keine Chance auf Erfolg

Damaskus/New York - Schon seit Wochen kursieren Gerüchte, dass Lakhdar Brahimi seinen Job als Syrien-Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga aufgeben will. Die Uno will den 79-jährigen Diplomaten aber "überzeugen, noch einige Tage dranzuhängen" - so ein UNO-Diplomat. Aber "es gibt wenig Hoffnung, dass er weitermacht".

Brahimi - der Algerier war früher unter anderem auch Außenminister seines Landes - war als Syrien-Sondergesandter am 1. September auf den ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan gefolgt. Ende Februar wurde sein Mandat um weitere sechs Monate verlängert. Damals hieß es, Brahimi erachte seine Mission noch nicht für beendet. Nun scheint es aber keine Erfolgsperspektive mehr zu geben. Brahimis Mission zielte auf Verhandlungen zwischen der syrischen Opposition und dem Regime.

Schießerei an der Grenze

Bewaffnete Syrer eröffneten unterdessen nach einem Streit mit türkischen Grenzschützern das Feuer und verletzten mindestens sieben Menschen. Unter den Opfern seien drei türkische Polizisten, zwei Soldaten und zwei Zivilisten, berichteten türkische Medien am Donnerstag. Die syrische Opposition sprach zudem von zwei getöteten Rebellen, was ein türkischer Regierungsvertreter aber bestritt. Wer dahintersteckte, war zunächst unklar.

Die bewaffneten Gegner des syrischen Machthabers Bashar al-Assad überqueren regelmäßig die Grenze. Sie finden oft Unterschlupf auf der türkischen Seite und gehen von dort wieder nach Syrien, um Angriffe auf die Armee Assads zu starten.

Keine Nachricht von enführten Bischöfen

Auch mehr als eine Woche nach der Entführung zweier orthodoxer Bischöfe in Syrien gibt es noch immer keine Nachrichten über deren Schicksal. Wie ein Sprecher der antiochenisch-orthodoxen Kirche in Aleppo laut Kathpress erklärte, sind weder der Aufenthaltsort der Bischöfe noch die Identität der Entführer bekannt.

Die syrische Luftwaffe hat am Donnerstag nach Angaben von Oppositionellen die von Rebellen eroberte Provinzstadt al-Rakka bombardiert. Al-Rakka ist bisher die einzige Provinzhauptstadt, aus der die syrischen Regierungstruppen vollständig vertrieben wurden. (red, DER STANDARD, 3.5.2013)

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    Wirft das Handtuch: Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi.

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