Rumänien will Grillspezialität retten

2. Mai 2013, 14:21
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Gemäß einer EU-Verordnung müsste ab Juni die Mici-Produktion nach dem Traditions-Rezept eingestellt werden

Bukarest - Die rumänische Regierung hat am Donnerstag in einem offiziellen Antrag an die EU die Aufnahme der rumänischen "Mici" (sprich: "mitsch", "die Kleinen"), einer Cevapcici-ähnlichen Grillspezialität aus Faschiertem, auf die Liste der geschützten traditionellen Produkte gefordert. Gemäß einer EU-Verordnung hätte ab dem 1. Juni die Mici-Produktion nach dem aktuellen Rezept eingestellt werden müssen. Produkte, die nach traditionellen Rezepturen hergestellt werden, wie beispielsweise die spanischen Chorizo-Würste, sind von bestimmten Lebensmittelregelungen ausgenommen.

"Die rumänische Regierung wird alles unternehmen, damit die Mici nicht verboten werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung. Gerade zum 1. Mai, auf den heuer fast unmittelbar das orthodoxe Osterfest folgt, gehören Grillfeste mit "Mici" und Bier zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.

Fleischzartmacher verboten

Die neue Richtlinie verbietet bei der Fleischverarbeitung die Verwendung von Backpulver (kohlensaurem Natron), als sogenanntem "Fleischzartmacher", sowie eines Konservierungs-, beziehungsweise Antioxidationsmittels, die für die Herstellung der "Mici" wesentlich sind. Unterstützt wird die Initiative der Regierung von der Innung der rumänischen Fleischproduzenten. Zudem betreffe die Diskussion auf EU-Ebene allein die industrielle Mici-Herstellung, so die Regierungsmitteilung. 2012 wurden in Rumänien 22.000 Tonnen Mici-Fleisch verkauft. Die Umsätze belaufen sich auf rund 50 Mio. Euro jährlich.

Laut dem Vorsitzenden des Verbandes der Lebensmittelhersteller, Sorin Minea, hat bereits das erste Mici-Rezept aus dem Jahr 1902 zwei bis drei Gramm Backpulver pro Kilo Fleisch vorgeschrieben. Ohne den Zusatz schmecke das Gericht eher nach Fleischbällchen. Laut Minea hat die EU das Backpulver in Fleischprodukten verboten, weil man es auch dazu verwenden kann, schlechte Gerüche zu überdecken. (APA, 2.5.2013)

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    Rumänische Mici sehen anders aus. Gegrillt werden sie aber auch.

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