Combimouse: Neues Steuergerät vereint Maus und Tastatur

2. Mai 2013, 13:51
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Konzept steht nach 14 Jahren erstmals vor der Verwirklichung

Nach 14 Jahren steht Ari Zagnoev davor, seinen Traum einer Vereinigung von Maus und Tastatur wahrzumachen. Schon 1999 meldete er ein Patent auf ein entsprechendes Gerät namens "Combimouse" an.

2003 erhielt der erste Prototyp von der Wichita State University vielversprechendes Feedback, war aber letztlich noch nicht bereit für eine kommerzielle Umsetzung. Zehn Jahre sind seither ins Land gezogen, in welchen das Konzept weiterentwickelt wurde und eine Reihe von Prototypen entwickelt wurde. Jetzt ist das finale Design so gut wie fertig und soll mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne den Markt erreichen.

Maus und Tastatur in einem

Combimouse besteht aus einer Tastatur, die in zwei Teile geteilt ist. Der rechte Teil verfügt über eine zusätzliche Handauflage und kann als Maus verwendet werden. Zwei der Tasten fungieren dabei als linker und rechter Mausknopf. Das Umschalten vom Keyboard- in den Maus-Modus erfolgt dabei einfach über das Anlegen eines Fingers an einen Sensor, wie es beim Umklammern einer Maus ohnehin geschieht.

Als schwierige Hürde gestaltete sich dabei das Vorhaben, den multifunktionalen Teil des Keyboards während der Verwendung als Schreibeingabe unbeweglich zu machen, während es bei der Verwendung als Maus leicht beweglich sein muss. Dafür hat Zagnoev nun endlich eine Lösung entwickelt. Wie genau diese aussieht, verrät er jedoch nicht, da das Verfahren noch patentiert wird.

Der technische Fortschritt der letzten Dekade hat es außerdem möglich gemacht, Combimouse als wesentlich handlicheres und leichteres Produkt mit weniger Energiehunger zu gestalten. Zur Energieversorgung soll für beide Teile jeweils eine AAA-Batterie zum Einsatz kommen.

Touchtaste statt Scrollrad

Der Vorteil von Combimouse soll in Ergonomie und Komfort liegen. Einerseits lässt sich ein zweigeteiltes Keyboard besser an der natürlichen Handhaltung des Users ausrichten, andererseits muss mit der Hand nicht mehr auf ein separates Gerät gewechselt werden, um Bildschirmdialoge zu bedienen oder andere mausbasierte Tätigkeiten auszuführen.

Gesucht wird noch ein Ersatz für das nicht vorhandene Scrollrad. Als wahrscheinlichste Umsetzung schwebt Zagnaev vor, eine Taste mit einer touch-empfindlichen Oberfläche auszustatten. So könnte mit einfachem Darüberstreichen geblättert werden.

Crowdfunding-Kampange gestartet

20.000 Dollar will der Erfinder nun über die Crowdfunding-Plattform IndieGoGo lukrieren. Das Geld soll in die Produktion von zwei Vorproduktionsmodellen gesteckt werden und dient auch zur Bezahlung der Tester an der Curtin University im australischen Perth, wo das Konzept auf seine Tauglichkeit geprüft werden soll. Ebenso fließt ein Teil der Summe in die Vorbereitung der Kommerzialisierung.

Geht alles glatt über die Bühne, soll eine zweite IndieGoGo-Kampagne schließlich helfen, die eigentliche Massenfertigung zu finanzieren, die im Frühjahr 2014 anlaufen könnte. Unterstützer können sich für 80 Dollar bereits ein Exemplar der Combimouse sichern. (red, deRstandard.at, 02.05.2013)

  • Ein Rendering des fertigen Combimouse-Konzepts.
    foto: ari zagnoev

    Ein Rendering des fertigen Combimouse-Konzepts.

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