Studie belegt positive Wirkung von Clownbesuchen im Spital

2. Mai 2013, 12:07
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Schweizer Forscher fanden heraus, dass Clownbesuche im Spital positive Gefühle hervorrufen, die vom Schwesternpersonal nicht ausgelöst werden konnten

Lachen wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus, kann Spannungen lösen, Stress und Angst reduzieren und das Immunsystem stärken. Seit 19 Jahren schenken die "Rote Nasen Clowndoctors" in ihrer täglichen Arbeit mit kranken Kindern, Senioren, Rehapatienten und behinderten Menschen besondere Momente und ein Lachen. Rechtzeitig zum Weltlachtag am 5. Mai führten Psychologen der Universität Zürich und "Rote Nasen Österreich" eine gemeinsame Studie durch, die den positiven Effekt der Clownarbeit im Spital belegt.  

Positive Gefühlsreaktion

Im Jänner 2013 wurden Clownvisiten im Rehabilitationszentrum Bad Häring in Tirol in einem kontrollierten Experiment untersucht. Die Forscher wollten wissen, welche emotionalen Reaktionen ein Clown-Paar im Vergleich zu einer Krankenschwester bei erwachsenen Patienten eines Rehabilitationszentrums auslöst. Die Patienten bekamen Besuch einer Krankenschwester und wurden zusätzlich mit einer Clown-Visite überrascht. Im Anschluss konnten sie ihre Gedanken und Gefühle konnten mittels eines Fragebogens bewerten.

"Erste Ergebnisse zeigen, dass Clownvisiten tatsächlich eine spezifische positive Gefühlsreaktion bei den Patienten und Beobachtern der Situation auslösen, welche durch keine andere Art von Aufmerksamkeit verursacht werden können. Die Clowns haben eine Vielzahl von positiven Gefühlen hervorgerufen, die nicht von Krankenschwestern ausgelöst wurden - etwa Erheiterung und Rührung", sagt Sarah Auerbach vom Lehrstuhl Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik der Universität Zürich.

Clowndoctors können eine Therapie und die Arbeit des Pflegepersonals freilich nicht ersetzen. Sie sind aber, wie die Studie zeigt, dazu fähig, eine Reihe von positiven Emotionen zu erzeugen, die sich von denen unterscheiden, die durch Pflegepersonal ausgelöst werden: Sie bringen Menschen zum Lachen, sorgen für Spaß und Unterhaltung und geben den Patienten damit ein Gefühl der Wertschätzung.

Visite am Wiener Westbahnhof

Weil die Menschen nicht nur im Spital, sondern auch an ganz alltäglichen Orten ans Lachen erinnert werden müssen, veranstalten die Clowns anlässlich des bevorstehenden Weltlachtags einen Flashmob am Wiener Westbahnhof. 25 Clowns wollten so viele Menschen wie möglich mit der Kraft des Humors und einem Lachen anzustecken. Ein Erfolg: Die Menschen ließen sich mitreißen, tanzten und lachten gemeinsam – mit roten Nasen versteht sich. (red, derStandard.at, 2.5.2013) 

Die Studie (noch nicht veröffentlicht):

Auerbach, S., Ruch, W., & Fehling, A. (2013). Does a hospital clown elicit different emotional experiences in patients and observers than a nurse? An experimental approach in a clinical setting. Manuscript in preparation

Artikel: Ihre Medizin ist der Humor

  • Die Roten Nasen Clowndoctors wurden 1994 in Österreich gegründet – 65 Clowns haben allein 2012 mehr als 130.000 "humorbedürftige" kranke Kinder, Erwachsene und Senioren besucht.
    foto: rote nasen clowndoctors

    Die Roten Nasen Clowndoctors wurden 1994 in Österreich gegründet – 65 Clowns haben allein 2012 mehr als 130.000 "humorbedürftige" kranke Kinder, Erwachsene und Senioren besucht.

  • Anlässlich des bevorstehenden Weltlachtags am 5. Mai veranstalten 25 Clowns einen Flash Mob am Wiener Westbahnhof.
    foto: rote nasen clowndoctors

    Anlässlich des bevorstehenden Weltlachtags am 5. Mai veranstalten 25 Clowns einen Flash Mob am Wiener Westbahnhof.

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