Noch kein Ansturm auf neue Uni-Anmeldeverfahren

2. Mai 2013, 10:30
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Im Schnitt erst Bewerbungen für rund ein Fünftel der Plätze - In einzelnen Fällen aber auch deutlich mehr Registrierungen

Wien – Gut zwei Wochen nach Start des Anmeldeverfahrens für die ab Herbst neu beschränkten Studienfelder Architektur, Biologie, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften haben sich erst verhältnismäßig wenige Interessenten online angemeldet, wie ein Rundruf der APA zeigt. Bei den meisten betroffenen Studien gibt es erst für rund ein Fünftel der zur Verfügung stehenden Plätze Anwärter, in einzelnen Fällen sind es aber wesentlich mehr. Die Anmeldefrist läuft ohnehin teilweise noch sehr lange: In den Wirtschaftswissenschaften bis 31. Mai, in der Architektur bis 14. Juni und in der Pharmazie und Biologie jeweils bis 2. August.

Im österreichweiten Trend liegt die Uni Wien nur bei der Volkswirtschaft, wo sich derzeit für gut jeden fünften der 440 Plätze Interessenten registriert haben. In allen übrigen Fächern wird dieser Anteil an der größten Hochschule des Landes übertroffen: Bei Biologie und Ernährungswissenschaften gibt es derzeit Bewerber für 25 Prozent der 2.000 Plätze, in Pharmazie haben sich schon für mehr als jeden dritten der 700 Plätze Interessenten registriert. Bei Betriebswirtschaft (BWL) und Internationaler BWL liegt für knapp 39 Prozent der Plätze eine Anmeldung vor.

Derzeit mehr Plätze als Interessierte

An der Uni Graz, wo Studieninteressenten unter https://studienzugang.uni-graz.at/de/aufnahmeverfahren/statistik/ tagesaktuell den Stand der Bewerbungen abrufen können, sind bei den meisten Studien (Betriebswirtschaftslehre: 912 Plätze; Volkswirtschaftslehre: 309 Plätze; Biologie: 267 Plätze) erst für 20 Prozent Plätze Anmeldungen eingegangen. Bei Molekularbiologie (in Kooperation mit der Technischen Uni (TU) Graz) gibt es für fast ein Drittel der 322 Studienplätze bereits Interessenten, bei der Pharmazie für knapp 40 Prozent der 384 Plätze.

An der Uni Innsbruck gab es Anfang der Woche in den vier betroffenen Studien (Wirtschaftswissenschaften: 1.040 Plätze; Internationale Wirtschaftswissenschaften: 450; Pharmazie: 280; Architektur: 290) erst für jeweils rund ein Fünftel der verfügbaren Mindestplätze Online-Registrierungen. Darüber, ob und in welchen Fächern es vermutlich Aufnahmeverfahren geben wird, will man im dortigen Rektorat noch nicht spekulieren. Das wäre derzeit noch "Kaffeesudleserei", so ein Sprecher zur APA.

Noch geringer Ansturm auf WU Wien

Weniger als ein Viertel der 4.330 Plätze in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind an der Wirtschaftsuni (WU) Wien derzeit per Registrierung vergeben. Nachdem es in den ersten Tagen sehr starkes Interesse gegeben habe, sei die Zahl der Registrierungen zuletzt wie erwartet abgeflacht, heißt es aus der Studienabteilung. Eine Prognose, ob das Limit der Studienplätze erreicht werden wird, lasse sich derzeit noch nicht vorhersagen. An der WU geht man allerdings davon aus, "dass es gegen Ende der Frist nochmals einen Peak" bei den Anmeldungen geben wird.

Für rund 20 Prozent der Plätze in Wirtschaftswissenschaften (800 Plätze) und Sozialwirtschaft (260 Plätze) gibt es an der Uni Linz derzeit Online-Anmeldungen. Auch in Linz traut sich die Studienabteilung noch keine Einschätzung zu, ob es zu Aufnahmetests kommen wird.

TU Wien will ohne Beschränkungen auskommen

Vermutlich ohne Zugangsbeschränkungen wird man hingegen an der Technischen Uni (TU) Graz auskommen, wo Architektur und (gemeinsam mit der Uni Graz) Molekularbiologie angeboten werden: "Die Kapazitäten werden wohl nicht voll ausgeschöpft werden", hieß es von einer Sprecherin des Rektorats. Damit habe man aber ohnehin gerechnet. Konkrete Anmeldezahlen wollte man auf Anfrage nicht nennen, allerdings zeigt im Falle der Molekularbiologie die Auswertung der Uni Graz, dass es derzeit für rund ein Drittel der 106 Plätze Anmeldungen gibt. Für Architektur stehen an der TU Graz 390 Plätze zur Verfügung.

Im Österreich-Vergleich überdurchschnittlich viele Interessenten haben sich an der Uni Klagenfurt bereits registriert: Bei der Angewandten Betriebswirtschaftlehre gibt es bereits für ein Viertel der 330 Plätze Anmeldungen, bei Informationsmanagement (100 Plätze) für ein Drittel und bei Wirtschaft und Recht (120 Plätze) für die Hälfte der Plätze Bewerber. Mangels Erfahrungswerten traut man sich auch in Klagenfurt nicht, über mögliche Aufnahmeverfahren zu spekulieren. Da viele Maturanten sich in der Vergangenheit erst spät für ein Studium entschieden hätten, sei bis zum Schluss alles möglich.

Nach der Registrierung müssen die Studieninteressenten an den Unis Wien, Graz, Innsbruck und Klagenfurt Self-Assessments durchführen. Die WU, die Uni Linz und die TU Graz verlangen ein Motivationsschreiben, das allerdings nicht nach dem Inhalt bewertet wird. Haben mehr Bewerber dieses Prozedere hinter sich gebracht als es Plätze im jeweiligen Fach gibt, werden Aufnahmeprüfungen durchgeführt. Die Termine sind in den Wirtschaftswissenschaften der 9. Juli, in der Architektur der 22. Juli, in der Biologie der 5. September, in den Ernährungswissenschaften der 6. September und in der Pharmazie der 9. September. (APA, 2.5.2013)

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