Heinisch-Hosek fordert "Präventions- und Täterarbeit"

2. Mai 2013, 10:19
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Neues Gewaltschutzgesetz vom Innenministerium in Begutachtung geschickt - Frauenministerin: Ausweitung des Betretungsverbots "ein Schritt in richtige Richtung"

Wien - "Die Ausweitung des Betretungsverbots ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber Gewaltschutz ist mehr." Das sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zum Gewaltschutzgesetz, das vom VP-Innenministerium am Dienstag in Begutachtung geschickt wurde. Sie betonte die Wichtigkeit von "begleitenden Maßnahmen", etwa der "Präventionsarbeit durch Ausbau der Täterarbeit".

Die Multi-Agency Risk Assessment Conference (MARAC), eine 2003 in Großbritannien entwickelte Methode, die bereits in Wien angewandt wird, sollte auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden, so Heinisch-Hosek. Dabei führen Institutionen, die in einem Fall mit der Prävention von Gewalt in der Familie befasst sind, in regelmäßigen Abständen Fachkonferenzen durch, um gemeinsam effektive Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Opfer zu entwickeln und durchzuführen. In Großbritannien führten 42 Prozent der Opfer ein Jahr nach dem MARAC-Prozess ein gewaltfreies Leben.

Schulungen für PädagogInnen

"Mit Betretungsverboten und Wegweisungen alleine wird man Hochrisikofälle wie den in St. Pölten kaum verhindern können. Daher sind mir die begleitenden Maßnahmen für einen nachhaltigen Schutz der Opfer sehr wichtig", so Heinisch-Hosek. Sie wies auch auf Schulungen für PädagogInnen im Bereich Kindergewaltschutz hin.

Anlass für die geplante Verschärfung des Gesetzes war ein Fall vor fast einem Jahr, als ein Vater seinen Sohn in einer Volksschule in St. Pölten erschossen hat. Im Innenministerium wurde damals eine eigene Task Force Kinderschutz einberufen, die erörterte, ob Kinder durch die aktuellen gesetzlichen Bedingungen ausreichend geschützt sind. Daraus wurde ein Fünf-Punkte-Maßnahmen-Paket erarbeitet. Das Gesetz sieht nun die Ausdehnung des Betretungsverbotes auf Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen vor sowie die Möglichkeit, einen etwaigen Gefährder bei Missachtung auch festnehmen zu können. (APA, 2.5.2013)

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    Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betonte die Wichtigkeit von "begleitenden Maßnahmen".

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