Fesche Felswände, die vom Himmel fielen

Bernd Orfer
3. Mai 2013, 16:57

Das Flatzer Becken gilt als Paradies für Kraxler. Umso überraschender: Die Runde übern Gösing-Gipfel ist sehr gemütlich

Lieblich, idyllisch, romantisch - das sind die passenden Adjektive für die Charakterisierung des kleinen, zwischen Felswänden eingebetteten Beckens von Flatz. Der Sage nach soll es direkt vom Himmel gefallen sein und mutet deshalb so paradiesisch an. Durch die Steilwände führen mehrere versicherte Klettersteige, die Kraxler finden hier kurze Anstiege fast aller Schwierigkeiten vor, und auch die Wanderer kommen voll auf ihre Rechnung.

Allein der Blick vom oberen Rand der Wände in das Flatzer Becken und das südliche Steinfeld, zur Buckligen Welt und ins Wechselgebiet erfreut Auge und Gemüt. Hie und da schieben sich auch Schneeberg und Gahns ins Blickfeld, nicht zuletzt entzückt vom Gösing der Blick in das Sierningtal. Man sollte daher knapp vor dem Gipfel den kurzen Abstecher zu einem Bankerl am Rand des Abbruchs nicht auslassen.

Die Flatzer Wand hat einige botanische Raritäten aufzuweisen, darunter auch das Edelweiß, das allerdings nicht zum ursprünglichen Bestand der Flora zählt. In diesem Gebiet sind auch Uhu und Auerhahn heimisch, die man aber kaum zu Gesicht bekommt.

Die Gegend wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert besiedelt, im Langen Loch fand man sogar menschliche Spuren aus prähistorischer Zeit. Am Fuße der Wände wuchs einst auch Wein, von dem es in zeitgenössischen Berichten heißt, er habe dem Gaumen wenig geschmeichelt, sich aber durch besonderes Feuer ausgezeichnet. Ein recht resches Tröpferl also.

Die Wanderroute: Von Flatz bei Neunkirchen geht es ein Stück auf der Straße in Richtung Raglitz, bald zweigt nach links ein grün markierter Steig ab, der zur Höhe führt. In einem kurzen Quergang erreicht man das Lange Loch. Zurück zur grünen Markierung und weiter zum oberen Rand der Felsen. Dort schwenkt man nach links auf die rote Markierung ein und wandert bis zur Neunkirchnerhütte (auch Naturfreundehaus Flatzerwand genannt). Gehzeit 1½ Stunden.

In westlicher Richtung geht es leicht hinab in den Flatzer Anger, dann erfolgt - zuerst blau, dann rot markiert - der Aufstieg zum Gipfel des Gösing. Gehzeit ab Schutzhaus eine gute halbe Stunde.

Man bleibt auf der roten Markierung, die gemütlich bergab führt, umgeht den Schönbühel auf der rechten (südlichen) Seite und erreicht schließlich einen gelb markierten Weg, der nach links zurück zum Ausgangspunkt Flatz führt. Gehzeit ab Gösing knapp 1½ Stunden.

Die gesamte Runde um das idyllische Flatzer Becken weist keine besonderen Schwierigkeiten auf, lediglich der Anstieg zum Langen Loch ist etwas steil. Beim Abstieg muss man allerdings aufpassen, denn durch Waldarbeiten gibt es Markierungslücken, die bis dato noch nicht behoben sind. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 4.5.2013)

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Gestern war der Boden im Langen Loch extrem rutschig - besser eine Stirnlampe als eine Taschenlampe mitnehmen, um sich mit beiden Händen weiterhelfen zu können.

Sind gestern die Tour gegangen. Sehr schön gewesen. Es waren kaum Leute unterwegs, was für Samstag Anfang Juni großartig ist. Die Markierungslücken beim Abstieg wurden übrigens vorbildhaft offenbar vor Kurzem behoben. Danke dafür.

Kleiner Rechenfehler

Wenn man von 461 Meter über Null auf 898 Meter kommt und dabei nur 350 Höhenmeter zurücklegt, ist man entweder ein Houdini (heute: Copperfield) oder man hat sich verrechnet.... - Spaß beiseite: eine herrliche Tour, auf der man oft stundenlang alleine ist.

Wieder nix mit Öffis!

Für ausdauernde Wanderer empfehle ich:
Ternitz Bahnhof-Döppling-Schönbühel-Gösing-Kranzstetten-Mittereck-Gutenmann-Himberg-Puchberg Bahnhof
19km, knappe 1000Hm, wunderschöne Wanderung!

Flatz ist keinen Besuch (für Kletterer) wert bitte geht woanders hin ;-)

Jo eh nett dort.. aber nix schweres

So wenig Platz?
Schon so voll?

Ach, wir werden das bald mal selbst überprüfen... ;-)

vermutlich weil der geilist dort alleine sein möchte...

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