Löschung von Enthauptungs-Videos: Facebook verspricht Besserung

2. Mai 2013, 09:31
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Das soziale Netzwerk verspricht, interne Prozesse zu evaluieren und zu verbessern

Facebook will nach heftiger Kritik an der Weigerung, zwei Videos offline zu nehmen, einen Rückzieher machen und kündigte an, seine eigenen Sicherheitsvorkehrungen und Begutachtungsmaßnahmen intern zu evaluieren. Diese Ankündigung kam als Reaktion auf einen Bericht der BBC, demzufolge interne Sicherheitsbeauftragte bei Facebook Kritik an Überprüfungsprozessen geäußert haben.

Grenze überschritten

Facebook verweigerte vorerst, zwei Videos zu löschen, in denen eine Frau enthauptet wird und zwei Männer hingerichtet werden. US-amerikanische Institutionen wie das "Family Online Safety Institute" (Fosi) liefen dagegen Sturm und meinten, Facebook hätte damit eine deutliche Grenze überschritten. Auch in Großbritannien gab es harsche Kritik am Umgang mit dem Videomaterial.

Facebook will nicht löschen

Die Videos waren seit Mittwoch auf Facebook im Umlauf. Besorgte User haben sich nach dem Auftauchen der Videos an die BBC gewandt. Einer dieser User, ein Student aus Belfast, hat das Video eigenen Angaben zufolge gemeldet und wurde daraufhin von Facebook unterrichtet, dass es sich bei dem Video um keine Verletzung des Regelwerks handle. Als Begründung gab Facebook an, dass User auch solche Videos teilen können, um ihren Unmut über den Inhalt zu äußern. "Obwohl das Video schockierend ist, wollen wir den Menschen das Recht lassen, Ereignisse dieser Welt zu kommentieren oder zu zeigen", so die Antwort des sozialen Netzwerks.

Psychische Störungen

Verschiedenste Institutionen, die sich mit Online-Sicherheit befassen, haben mit Facebook einen Temrin für September anberaumt, um genau solche Situationen zu diskutieren. Fosi-Vorstand Stephen Balkam ergriff bei der aktuellen Gelegenheit aber die Chance und forderte eine außerordentliche Telefonkonferenz. Jene, die sich um die Sicherheit vor allem von Kindern bemühen, äußerten Bedenken zum psychischen Schaden, der durch das Ansehen der Videos bei Kindern entstehen könnte. Die Videos seien zwar auch auf anderen Seiten einzusehen, problematisch sei allerdings in diesem Fall der soziale Aspekt des Netzwerks. Gegenüber der BBC sagt Arthur Cassidy, ehemaliger Psychologe, dass solche Videos bei Kindern zu Schlafstörungen, Albträumen und Angststörungen führen können.

Verbreitung stoppen

Die darauffolgende Online-Petition gegen das Vorgehen von Facebook  zeigte die erste Wirkung: Facebook will künftig die Prozesse beim Melden problematischer Inhalte verbessern. Kritiker meinen zusätzlich, dass Facebook Mechanismen einführen müsse, um die Verbreitung solcher Videos zu stoppen. Auch die Möglichkeit, solche Videos im News-Stream nicht anzeigen zu lassen, wäre eine denkbare Option. (red, derStandard.at, 2.5.2013)

Links

BBC

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    Facebook will Überprüfungsmechanismen verbessern

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