Energie aus Biomasse: Preis für soziale Innovationen verliehen

1. Mai 2013, 21:53
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Studentin Norá Feldmár am 1. Mai ausgezeichnet

Wien - Für die Idee, aus Getreideabfällen, Altpapier und Wasser Heizmaterial herzustellen, wurde Norá Feldmár am Mittwoch mit dem ersten Platz der SozialMarie, dem österreichischen Preis für soziale Innovationen, ausgezeichnet. Das Konzept der Studentin hat auch ökologische Aspekte: Die Bewohner der strukturschwachen Region Told in Ostungarn konnten so bereits sieben Tonnen Biobriketts erzeugen.

Damit soll illegales Abholzen und das umwelt- und gesundheitsschädliche Verheizen von Autoreifen vermindert werden. Seit April sind drei Pressmaschinen im Einsatz. "Diese Innovation ermöglicht eine technisch einfache und gemeinschaftsbildende Lösung eines existenziellen Problems mit lokalen Ressourcen", würdigte die Jury das Projekt gegen Energiearmut.

Lebensmittel als Eintrittsgeld

Zweitplatziert war die Initiative "Night out" aus Tschechien, die sich mit Armut auseinandersetzt: Hunderte Menschen konnten am 22. November 2012 eine Kirche in Ostrava besuchen, in der Vorträge und Kulturevents rund um Obdachlosigkeit angeboten wurden. "Eintrittsgeld" zu der Veranstaltung, die von Soziologiestudenten und Professoren gemeinsam mit zwei Obdachlosen organisiert wurde, waren Lebensmittel.

Rund 40 Menschen entschieden sich damals aus Solidarität oder einfach Neugierde, die Nacht ebenfalls im Freien zu verbringen. Bereits vier weitere Städte haben angekündigt, sich in diesem Jahr der Aktion anschließen zu wollen. "Ein im besten Sinne kreativer und mutiger Ansatz, der sensibilisiert und Betroffene einbindet", lautete das Urteil SozialMarie-Jury.

Urban-Gardening-Projekt

Der dritte Preis ging an das Urban-Gardening-Projekt "Miracle Gardens" aus Kroatien: Für einen symbolischen Jahresbeitrag von 15 Euro können Bewohner aus Varazdin auf einem ungenutzten Gelände Gemüse pflanzen. Bedingung ist biologischer Anbau, 2013 wird ein solarbetriebenes Pumpensystem installiert.

Weitere zwölf Projekte wurden mit jeweils 1000 Euro honoriert. Die ersten drei Preise erhalten 15.000, 10.000 und 5000 Euro. Die SozialMarie wird seit 2005 verliehen und aus der Unruhe-Privatstiftung finanziert. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 2.5.2013)

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