Verbotene Fotos und Rebellen im Wohnzimmer: Bilder für die Pressefreiheit

Ansichtssache3. Mai 2013, 09:43
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Neuer Fotoband von Reporter ohne Grenzen zeigt, wie wichtig freie Berichterstattung ist

Ein neuer Fotoband von Reporter ohne Grenzen zeigt, wie wichtig freie Berichterstattung ist

Alle Jahre wieder gibt Reporter ohne Grenzen ein Fotobuch anlässlich des internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai heraus. Renommierte Fotografinnen und Fotografen stellen dabei ihre Arbeiten unentgeltlich zur Verfügung. 2013 hat die Organisation Bilder aus 18 Staaten zusammengetragen: den Ländern des Arabischen Frühlings, Syrien, Ägypten und Saudi-Arabien, Song-Contest-Gastgeberland Aserbaidschan sowie Burma, Nordkorea, Pakistan, dem Iran, der Türkei, Russland, Mexiko, Vietnam, China, der Ukraine, Mali, Somalia, Bulgarien und Israel. derStandard.at/Etat zeigt eine Auswahl.

foto: magnum/ag. focus/olivia arthur

"In Saudi-Arabien ist es verboten, Frauen zu fotografieren, aber auf der anderen Seite wollen sie sich auch zeigen", sagt Fotografin Olivia Arthur im Interview mit dem "Zeit-Magazin". Normalerweise tragen die jungen Frauen im Wohnheim abends Pyjama, für den Fototermin haben sie sich verschleiert.

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Syrien listet Reporter ohne Grenzen auf dem viertletzen Platz des Pressefreiheitsrankings. Auch Journalistinnen und Journalisten wurden Ziel der erbitterten Kämpfe. Der Bürgerkrieg ist tief in den Alltag der Menschen eingedrungen. Goran Tomasevic hat Rebellen der Freien Syrischen Armee fotografiert - in einem Wohnzimmer in Aleppo.

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foto: kaveh rostamkhani

In den Hügeln über der iranischen Hauptstadt Teheran kann man sich ungestört von der Sittenpolizei treffen. Die Gegend ist ein beliebter Ort für junge Paare. Kaveh Rostamkhani hat den Augenblick festgehalten.

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foto: cosmos/ag. focus/pierre terdjman

Während der Operation "Pillar of Defence" gegen die Hamas im Gazastreifen im November des Vorjahres wurden auch Journalisten und Gebäude, in denen Medien ihre Büros hatten, angegriffen. Nicht nur der Konflikt mit den Palästinensern beschäftigt Medienvertreter. In Israel driften Arm und Reich immer weiter auseinander. Obdachlosigkeit gehört in Jerusalem zum Straßenbild, wie das Foto von Pierre Terdjman zeigt.

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foto: laif/jan grarup

Wo westliche Schiffe wegen Piraterie seit längerem nicht vor Anker gehen, trägt in Mogadischu ein Bub einen Hai zum Fischmarkt. Somalia war 2012 laut Ranking von Reporter ohne Grenzen nach Syrien das gefährlichste Land für Journalisten.

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foto: saltimages.ru/nikita schochow

Wladimir Putin lässt sich gerne fotografieren: Als Taucher nach antiken Amphoren aus dem Schwarzen Meer oder mit nacktem Oberkörper auf dem Rücken eines Pferdes in Sibirien. Auf dem Foto von Nikita Schochow hingegen mischt er sich unter das Volk. Der Fotograf zeigt mit Maske eine Utopie: Russland ohne den Langzeit-Präsidenten an der Macht.

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foto: cosmos/ag. focus/boryana katsarova

Borjana Kazarowas Foto zeigt eine Frau hinter einer vereisten Fensterscheibe. Mit Massendemonstrationen im Februar gegen hohe Strompreise und Korruption wurde der Rücktritt der bulgarischen Regierung erzwungen. In Bulgarien lebt Fünftel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. (red, derStandard.at, 3.5.2013)

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