Opera verklagt ehemaligen Mitarbeiter

30. April 2013, 12:33
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Vorwurf des Vertragsbruchs und Weitergabe von Interna an Mozilla

Operas ehemaliger Mitarbeiter Trond Werner Hansen beschreibt in einem Blogbeitrag auf Tumblr, warum ihn sein ehemaliger Arbeitgeber verklagen will. Der Streitwert der Klage beträgt laut Hansen 3,4 Millionen US-Dollar und beinhaltet Anschuldigungen des Vertragsbruches. Opera behauptet, Hansen hätte interne Informationen an Mozilla weitergegeben, die dem Unternehmen ernsthaft geschadet hätten.

Neue Ideen

Hansen hat zwischen 1999 und 2006 bei dem norwegischen Browser-Entwickler gearbeitet und in dieser Zeit auch an wichtigen Features des damals noch neuen Browsers gearbeitet. Nachdem er 2006 das Unternehmen verlassen hatte, spielte er mit der Idee, einen eigenen Browser ins Leben zu rufen. Da es damals noch keinen marktstarken WebKit-Engine-basierten Browser für Windows gegeben hätte, der unter einer Open Source Lizenz gelaufen wäre, sah Hansen reichlich Platz für ein neues Produkt.

Deal gescheitert

Eine Idee, die Hansen in seinem geplanten Browser umsetzen wollte, war das "green browsing", das durch generierte Umsätze Gelder zugunsten ökologischer Projekte gesammelt hätte. Realisiert hat Hansen den Browser dennoch nie und lehnte auch Zukunftspläne bei Mozilla, Google und Flock ab. Operas damaliger CEO Jon von Tetzchner wollte, dass Hansen weiter für Opera entwickelt und war von seiner Browser-Idee laut Hansen begeistert. Hansen wollte im Gegenzug aber ein Prozent des Umsatzes, das durch Suchmaschinen eingenommen wurde. Tetzchner lehnte ab, also ging Hansen eigenen Angaben zufolge nur noch auf einen Deal als Berater ein. Sein Vertrag wurde aber offenbar 2010 von Seiten Opera nicht mehr verlängert.

Opera klagt

Lars Boilesen, damaliger und jetztiger CEO, wurde von Hansen unterrichtet, dass dieser sich einem anderen Open Source Browser verschreiben möchte, da sein Vertrag ohnehin nicht verlängert wird. Seine Ideen brachte Hansen schlussendlich 2012 zu Mozilla, wo er am Prototypen des touch-optimierten Browsers Junior mitarbeitete und diesen auch öffentlich präsentierte. Während dieser Präsentation zeigte Mozilla auch seine "Search Tabs", woraufhin Opera Hansen beschuldigte, diese bereits bestehende hauseigene Idee an Mozilla weitergetragen zu haben.

Hansen schreibt weiter, dass er sich seiner Sache sicher ist und auch belegen kann, dass seine Geschichte fundiert sei. Zu der Summe und zu Opera selbst wollte sich der Entwickler allerdings nicht äußern. (red, derStandard.at, 30.4.2013)

  • Opera hat einen ehemaligen Mitarbeiter verklagt
    screenshot: opera.com

    Opera hat einen ehemaligen Mitarbeiter verklagt

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