Mariahilfer Straße neu: Generalprobe für Fußgängerzone startet

30. April 2013, 07:54
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Von Freitag bis Sonntag soll eine autofreie Zone Gefühl für künftige Verkehrsberuhigung vermitteln

Wien - Drei Tage lang wird ein rund 150 Meter langer Abschnitt der Mariahilfer Straße in Wien zur Fußgängerzone. Ab Freitag, 13 Uhr soll der temporäre "Proberaum" zwischen Neubaugasse und Esterhazygasse den Wienern einen Vorgeschmack auf die geplante Verkehrsberuhigung der Shoppingmeile liefern. Dafür wird der betreffende Abschnitt für Autos abgeriegelt. Damit das Testwochenende nicht langweilig wird, gibt es Rahmenprogramm - vom Kinderschminken über fahrradbetriebenes Kino bis hin zum Picknick.

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou will mit dieser ersten Probephase einen Eindruck dafür vermitteln, wie sich die "Mahü" ohne Pkw-Verkehr anfühlt. "Wir wollen in diesem kleinen Abschnitt einmal zeigen, wie viel Platz entsteht", sagte ein Vassilakou-Sprecher. Wobei die Hauptstädter das Feeling womöglich schon kennen: Schließlich wird die gesamte Innere Mariahilfer Straße seit Jahren an den Einkaufssamstagen vor Weihnachten zur Fußgängerzone umfunktioniert.

Bürgerbefragungen noch offen

Der anstehende Proberaum ist ein erster Praxistest in Sachen Mahü Neu. Ab Spätsommer soll bekanntlich das Gesamtprojekt dann einmal für einige Monate auf Praxistauglichkeit getestet werden. Die Mariahilfer Straße wird im Kern zur Fußgängerzone und an den beiden Außenabschnitten zu Begegnungszonen, die sich Bus, Radler, Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt teilen.

Für Mariahilf und Neubau wird es neue Einbahnregeln geben, um den Durchzugsverkehr zu vermeiden. Außerdem werden Gumpendorfer Straße, Burggasse und Neustiftgasse zu Tempo-30-Zonen. Diese Erfahrungen sollen in die endgültige Lösung noch einfließen. Zusätzlich soll es Bürgerbefragungen im gesamten sechsten und siebenten Bezirk geben. Wann wie was gefragt wird, ist nach wie vor offen. Außerdem muss man sich noch mit der Wirtschaftskammer zwecks Lieferzeitenregelung einigen.

Von Ablehnung bis Begeisterung

Anrainer können derzeit jedenfalls ihre Wünsche und Beschwerden in der Dialogbox auf Höhe Neubaugasse deponieren. Diese sei seit ihrer Eröffnung am 12. April von rund 1.000 Menschen besucht worden, wobei die Spannbreite der Meinungen laut Vassilakou-Sprecher von "totaler Begeisterung" bis zu "Ablehnung" reichten. Offen ist der Ideen-Container noch bis 20. Mai.

Im Zuge des Fuzo-Tests ist neben Autofreiheit auch für Rahmenprogramm gesorgt. Bereits am Freitag kann man mit Mariahilfs Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann und ihrem Neubauer Pendant Thomas Blimlinger über die projektierte Umgestaltung diskutieren. Sie sind ab 15.30 Uhr an Ort und Stelle. 

Kipferl bei der Dialogbox

Am Samstag werden Kids ab 11 Uhr mit Stelzengehern, Luftballons und Schminkaktionen erfreut, am Abend gibt es Mitmach-Kino der anderen Art: Damit der Projektor betrieben werden kann, müssen Stromgeneratoren durch tretwütige Radler betrieben werden. Geht alles gut, flimmert der Dokumentarfilm "Freiräumen - die Politik des Do-it-yourself" über die Leinwand.

Am Sonntag schließlich soll ab 10 Uhr Asphalt auf Wohnzimmeratmosphäre treffen. Bei der Dialogbox werden Kaffee und Kipferl gereicht, Sessel und Liegestühle muss man allerdings von daheim mitbringen. (APA, 30.4.2013)


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  • Am Freitag startet der "Proberaum" für die Fußgängerzone Mariahilfer Straße zwischen der Neubau- und der Esterhazygasse. (Credit)

    Am Freitag startet der "Proberaum" für die Fußgängerzone Mariahilfer Straße zwischen der Neubau- und der Esterhazygasse. (Credit)

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