Facebook wird für User zunehmend langweilig

5. Mai 2013, 14:50
121 Postings

Vor allem junge User wenden sich anderen Netzwerken zu

Facebook soll in den vergangenen Monaten Millionen User monatlich verloren haben. Schenkt man einem Bericht vom britischen "Guardian" Glauben, haben diesen Trend mehrere voneinander unabhängige Datenerhebungen bezeugt. Grund dafür könnten die zahlreichen Alternativen sein – allen voran Instagram und Path.

Weniger Visits

Für Facebook könnte das einen neuerlichen Fall der Aktie bedeuten. Zwar wird für den Quartalsbericht des sozialen Netzwerks ein Umsatzplus von 36 Prozent erwartet, das User-Wachstum habe aber vor allem in den USA und Europa seinen Zenit überschritten. Mehr User sind einfach nicht möglich, denn irgendwann ist eben fast jeder auf Facebook. Allein in den USA hätte Facebook laut SocialBakers sechs Millionen weniger Visits im Monat gehabt – ein Minus von vier Prozent. Und auch in Großbritannien sieht es nach einem Minus von 4,5 Prozent nicht weniger beängstigend aus.

Instagram und Path

Laut Ian Maude von Enders Analysis wird Facebook für viele einfach langweilig. Die User würden lieber etwas Neues ausprobieren und wechseln deshalb zu anderen Plattformen. Dazu zählt auch Instagram, das mittlerweile Facebook gehört. Path, eine weitere Alternative, erlaubt nur eine Maximalanzahl von 150 Freunden und legt wöchentlich eine Millione neuer User zu.

Talfahrt vorprogrammiert

Schnell verschwinden wird Facebook trotzdem nicht. Gerade am südamerikanischen und asiatischen Markt ist noch reichlich Wachstumspotential vorhanden. In diesen Märkten kann Facebook immer noch erstaunlich viel zulegen. Analysten sind davon überzeugt, dass der Peak, den Facebook im US-amerikanischen und europäischen Raum erreicht hat, langsam wieder eine Talfahrt annehmen wird.

Kompensation

Nicht nur die Anzahl der User sinkt, sondern auch deren Zeitvertreib auf Facebook selbst. Im Dezember 2012 verbrachte ein durchschnittlicher Amerikaner 121 Minuten auf Facebook. Im Februar 2013 waren es laut comScore nur noch 115 Minuten. Facebook selbst gibt als Grund den Trend zu mobilen Geräten an. Tatsächlich haben besagte Datenerhebungen ergeben, dass die Zeit, die wir am Smartphone und Tablet mit Facebook verbringen, sich in einem Jahr verdoppelt hat und mittlerweile bei 69 Minuten monatlich liegt. Ob diese Zeit längerfristig die Desktop-Zeit kompensieren wird können, ist fraglich.

Junge User gehen

Facebook wird sich diesen Fragen auch nach seinem Quartalsbericht stellen müssen. Erwartet werden 1,44 Milliarden Dollar Umsatz. Interessant wird für Shareholder auch sein, wie viele User Facebook mittlerweile mobil nutzen und ob das Wachstum der Werbeeinnahmen mithalten kann. Ende 2012 konnte immerhin schon ein Viertel aller Werbeeinnahmen durch mobile Endgeräte entstehen. Das Unternehmen ist sich der Konkurrenz allerdings bewusst und wies bereits vor einiger Zeit darauf hin, dass sich vor allem junge User abwenden und anderen Netzwerken anschließen könnten. (red, derStandard.at, 05.05.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Facebook ist durchaus bewusst, dass junge User abwandern könnten

Share if you care.