"Spiegel"-Chefredakteur: Der Neue macht alles

29. April 2013, 12:34
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Das Hamburger Nachrichtenmagazin holt Wolfgang Büchner an die Spitze von Print und Online

Hamburg - Franziska Augstein kann aufatmen: Die Suche nach dem neuen "Spiegel"-Chefredakteur wurde nicht - wie zuletzt von der Tochter des "Spiegel"-Gründers Rudolf Augstein beklagt - zum "lächerlichen Medienwirbel". Keine drei Wochen nach dem plötzlichen Ende der Doppelführung von Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron bestellt das Nachrichtenmagazin einen Nachfolger: Der 46-jährige Wolfgang Büchner wird Chefredakteur von "Der Spiegel" und "Spiegel Online". "Einer für alles", kommentierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Büchner, dessen genaues Antrittsdatum noch offen ist, steht nicht nur an der Spitze des Printmagazins, sondern führt auch das Webportal, das sich den Ruf erworben hat, die einflussreichste Nachrichtenplattform Deutschlands zu sein. Büchner wurde seit Tagen als Nachfolgekandidat gehandelt, ihm traut man offenbar zu, die Flotte in einem Medienmarkt der Umbrüche sicher zu steuern.

Die Belegschaft applaudiert dem Neuen

Nach einem politikwissenschaftlichen Studium in Heidelberg und Hamburg begann er 1991 als Korrespondent für die Nachrichtenagentur Associated Press. Bei Reuters berichtete er über Verteidigungs- und Innenpolitik, später über Finanzen und Märkte, schließlich leitete er die Nachrichtenproduktion der Agentur.

Er baute als Chef vom Dienst die inzwischen eingestellte "Financial Times Deutschland" mit auf. Ab 2001 arbeitete er erst in leitenden Funktionen für "Spiegel Online", dann als "Chefredakteur". 2010 wurde er Chefredakteur der größten deutschen Nachrichtenagentur dpa. Büchner ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Die Belegschaft ist offenbar zufrieden: Bei einer Redaktionskonferenz im Berliner Newsroom gab es lang anhaltenden Applaus für Büchners Leistungen. Das ist nicht nur Signal für den Neuen, sondern auch Bedingung: 50,5 Prozent der Anteile hält die Mitarbeiter KG, den Rest teilen sich Gruner + Jahr und Erben Rudolf Augsteins. (Doris Priesching, DER STANDARD, 30.4.2013)

  • Wolfgang Büchner soll die Medienmarke "Spiegel" in die digitale Zukunft führen.
    foto: spiegel.de

    Wolfgang Büchner soll die Medienmarke "Spiegel" in die digitale Zukunft führen.

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