Google Glass: Im Herzen ein Galaxy Nexus

29. April 2013, 09:59
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Prozessor und Speicher beinahe identisch - Kernel-Source-Code veröffentlicht

or wenigen Tagen hat Google mit der Auslieferung der ersten Exemplare "Explorer Edition" von "Glass" begonnen, seitdem hagelt es täglich neue Details und Informationen zu der Datenbrille. Während Google viele Eckdaten bereits vorab bekannt gemacht hat, war bis zuletzt unklar, welchen Prozessor die Explorer Edition nutzt. Doch auch dieses Geheimnis ist nun gelüftet und wie sich zeigt hat "Glass" in seiner derzeitigen Variante viel mit dem Galaxy Nexus gemein.

Chip

Als CPU kommt ein OMAP 4430 zum Einsatz, ein kleinerer Bruder des OMAP 4460, der beim Galaxy Nexus zu finden ist. Die Taktfrequenz ist bislang nicht bekannt, die Spezifikationen des von Texas Instruments entwickelten Chips listen diese aber zwischen 1 und 1,2 GHz. Als Grafikkern ist ein PowerVR SGX540 zur Seite gestellt.

Speicher

Ebenfalls interessant: Das Glass-Betriebssystem listet das RAM mit 682 MByte. Da solche "nicht-runden" Werte hardwareseitig nicht produziert werden, ist davon auszugehen, dass der wahre Wert hier 1 GByte ist. Auch dies übrigens ähnlich zum Galaxy Nexus, wo auch nicht der gesamte Hauptspeicher für das laufende System verfügbar ist.

Relation

Damit klingt die Hardware also zunächst einmal alles andere als aktuell, liegt sie doch auf dem Stand von 2011. Freilich darf nicht vergessen werden, dass sie für die Aufgaben von Google Glass - bei dem alle Inhalte von einem zentralen Google-Server an das Gerät gepusht werden - weit ausreichend ist, und hier wohl eher das Thema Stromsparen eine zentrale Rolle einnimmt - und in der Zukunft noch stärker einnehmen wird.

Kernel

War vor kurzem noch die Rede davon, dass es einem Entwickler mittels einer bekannten Lücke im von der Explorer Edition genutzten Android 4.0.4 gelungen ist, "Root" zu erreichen, ist nun auch dies nicht mehr nötig: Mit dem Kernel Source Code wurde das letzte fehlende Puzzle-Stück veröffentlicht, um ein Glass-System ganz ohne solche Hacks modifizieren zu können.

Source Code

Wann Google die weiteren Bestandteile des Source Codes für Android, wie es bei der Explorer Edition genutzt wird, frei gibt, ist derzeit noch unklar. Rechtlich verpflichtet ist das Unternehmen lediglich, diesen Schritt für die unter der freien Lizenz GPL stehenden Komponenten vorzunehmen. Eventuell könnte man hier also sogar bis zu einer Consumer-Release abwarten. (apo, derStandard.at, 29.04.13)

  • Google Glass in der "Explorer Edition".
    foto: google

    Google Glass in der "Explorer Edition".

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