Iran: Ex-Präsident Rafsanjani greift Ahmadinejad an

28. April 2013, 21:02
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Qualifizierte Politiker entweder ins Abseits geschickt oder unter Hausarrest gestellt - Kritik auch an Israel-Politik - 78-Jähriger lässt Kandidatur bei Präsidentenwahl weiter offen

Teheran/Jerusalem - Sieben Wochen vor der Präsidentenwahl im Iran hat der frühere Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani (1989-97) seinen Nachfolger Mahmoud Ahmadinejad scharf angegriffen. Der Iran habe unter dessen Führung "bittere Jahre" erlebt, sagte Rafsanjani am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Mehr.

"Die Politik der Regierung Ahmadinejad in den letzten acht Jahren war es, qualifizierte und glanzvolle Politiker entweder ins Abseits zu schicken oder unter Hausarrest zu stellen." Unter Hausarrest stehen seit Februar 2011 der ehemalige Ministerpräsident Mir Hossein Moussavi und Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karroubi.

"Kein Krieg mit Israel"

Rafsanjani kritisierte auch Ahmadinejads Außenpolitik. "UNO-Resolutionen als Papierschnipsel zu bezeichnen hat definitiv gravierende Konsequenzen und hohe politische Kosten für das Land", so der moderate Geistliche. Auch mit dem Erzfeind Israel wolle man keinen Krieg, sagte Rafsanjani. Er bezog sich auf die anti-israelische Rhetorik Ahmadinejads, die seit Jahren international verurteilt wird.

Rafsanjani hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob er bei der Präsidentenwahl am 14. Juni antreten wird. "Nicht dass ich mich festgelegt habe - aber meiner Meinung nach braucht das Land keinen 80-jährigen alten Mann als Präsidenten", sagte der heute 78-Jährige. Ahmadinejad darf nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren. (APA, 28.4.2013)

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