Keine Hängebrüste

28. April 2013, 19:36
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Das Volk, so weiß die Reportage, will alles, aber auch wirklich alles wissen von dem Märchenpaar - Dem muss man entschieden widersprechen

Sogar der deutsche Nationalfußballer Per Mertesacker hat eine Meinung zu William und Kate: "Jeder will den Kuss sehen", weiß der Sportler zur royalen Heirat vor zwei Jahren zu sagen. Mertesacker war einer der Promis und (Klatsch-)Experten, die am Samstag auf Vox ihre Meinung zum Thema "William und Kate - Glamour, Glanz und bittere Tränen" beisteuern durften. Immerhin lebt er in London. Und: "Dem Hype um das Prinzenpaar kann sich nicht einmal ein hartgesottener Fußballer entziehen."

Die Reportage bot ein willkürliches Potpourri aus all jenen Themen, von denen man schon lange genug gehört hat: Kates Modestil (sie wurde zur Schwangeren mit dem besten Style gewählt). Kate als Retterin der Monarchie. Kate als Frau ohne Eigenschaften, wie die britische Schriftstellerin Hilary Mantel in einer Rede über das von der zukünftigen Königin präsentierte Rollenbild klagte. Dianas Tod und die Paparazzi. Kates Schwangerschaft und der Selbstmord der Krankenschwester, die auf einen Telefonstreich hereinfiel. Und natürlich: Die Oben-ohne-Fotos, die von Kate geschossen wurden. Akribisch versuchte man herauszufinden, von welchem Ort aus der Fotograf die Fotos schießen konnte. Und überhaupt: "Wie und wo urlaubt eigentlich die Königsfamilie?"

Es wurde die optische Qualität von Kates Oberweite diskutiert ("Sie hat ja keine Hängebrüste") und analysiert, warum sie und William wohl gegen die Zeitungen geklagt hätten. Damit niemand sieht, wie sie wirklich sind? Nämlich "jung, reich, mit viel Freizeit"?

Das Volk, so weiß die Reportage, will alles, aber auch wirklich alles wissen von dem Märchenpaar. Dem muss man entschieden widersprechen. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 29.4.2013)

  • "William und Kate": Die Reportage bot ein willkürliches Potpourri aus all jenen Themen, von denen man schon lange genug gehört hat.
    foto: ap photo/chris jackson

    "William und Kate": Die Reportage bot ein willkürliches Potpourri aus all jenen Themen, von denen man schon lange genug gehört hat.

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