Schüsse vor Regierungssitz in Rom - mehrere Verletzte

28. April 2013, 18:52
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Zwei Carabinieri und eine Fußgängerin verletzt - Mutmaßlicher Schütze laut Angaben des Bruders nicht geistig verwirrt

Rom - Vor dem Sitz der italienischen Regierung in Rom ist es Sonntagmittag zu einer Schießerei gekommen, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Ein 49-Jähriger Mann zog Medienberichten zufolge eine Pistole aus der Tasche seines Anzugs und schoss auf zwei Carabinieri, die sich vor dem Regierungssitz befanden. Einer von ihnen wurde am Hals getroffen, er erlitt eine Rückenmarksverletzung und könnte gelähmt bleiben. Ein weiterer Carabiniere wurde am Bein verletzt. Augenzeugen berichteten, der Schütze habe aus etwa fünf Metern Entfernung auf die Beamten geschossen.

Schwangere Frau getroffen

Auch eine Fußgängerin wurde von einer Kugel leicht verletzt. Die verletzte Frau ist laut Medienberichten schwanger und war mit Mann und Kind unterwegs. Augenzeugen sprachen von sieben Pistolenschüssen, die sie gehört hätten.

Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Der Verdächtige ist nicht geistig verwirrt, wie die Polizei zuvor berichtet hatte. "Er ist nicht geistig verwirrt. Ich bin sprachlos, ich weiß nicht, was mit ihm passiert ist", erklärte der Bruder im Gespräch mit dem TV-Sender "TG Com 24". Er entschuldigte sich bei den Verletzten.

Rund 50 Schuss Munition

Der Schütze hatte italienischen Medienberichten zufolge rund 50 Schuss Munition bei sich. "Es hätte ein Massaker werden können", meinten Justizbeamte laut der Zeitung "Corriere della Sera". Mit der Pistole mit abgefeilter Registriernummer, Kaliber 7,65, gab der Mann sieben Schüsse ab. Weitere Projektile trug er in einem kleinen Koffer und in seinen Taschen.

Der 49-Jährige besaß keine Waffenlizenz und ist nicht vorbestraft, berichtete der ermittelnde Staatsanwalt Laviani. Er soll sich über illegale Wege die Waffe, die er benutzte, besorgt haben. Der Mann stecke wegen seiner Abhängigkeit von Glücksspielen in schweren Nöten, so Laviani. Dies hatte zur Scheidung von seiner zweiten Frau geführt. Er hatte auch seine Arbeit verloren und war daraufhin vom norditalienischen Piemont nach Rosarno in Kalabrien zu seinen alten Eltern gezogen.

30-Jähriger auf dem Weg der Besserung

Inzwischen bessert sich der Zustand des 30-jährigen Carabiniere, der bei der Schießerei verletzt wurde. Wegen den Beinverletzungen könnte er bald operiert werden, sein Zustand sei nicht besorgniserregend, verlautete es aus dem römischen Krankenhaus San Giovanni, in dem sich der Verletzte befindet. Die Lage seines 50-jährigen verletzten Kollegen sei noch kritisch, berichteten die Ärzte. Der 50-Jährige wurde einer Operation unterzogen.

Vereidigung der neuen Regierung

Die Schießerei sorgte für dramatische Szenen auf der zentralen Piazza Colonna im Herzen der italienischen Hauptstadt, wo sich der Regierungssitz befindet. Auf dem Platz waren gegen 11.40 Uhr Hunderte Menschen. Nach der Vereidigung sollte um 13.00 Uhr im Regierungssitz die erste Ministersitzung stattfinden.

Die Schießerei überschattete auch die Vereidigungszeremonie im Quirinalspalast. Nach dem Vorfall wurden auch vor dem Quirinal, dem Sitz des Präsidenten, höchste Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. Die neuen Minister, die nach der Angelobung von den Geschehnissen erfuhren, zeigten sich bestürzt. "Wir müssen erst begreifen, was passiert ist", sagte der neue Verteidigungsminister Mario Mauro. Aus Sicherheitsgründen sollen unterdessen die Eskorten für die Minister und die ranghöchsten Politiker in Italien verstärkt werden, verlautete es aus Ermittlerkreisen. Es bestehe Sorge vor weiteren Anschlägen, hieß es. (APA, 28.4.2013)


Sky TG 24: Live-Stream

  • Der mutmaßliche Täter wurde von Sicherheitskräften überwältigt.
    foto: ap photo/gregorio borgia

    Der mutmaßliche Täter wurde von Sicherheitskräften überwältigt.

  • Die Polizei sperrte den Piazza Colonna großräumig ab.
    foto: reuters/casilli

    Die Polizei sperrte den Piazza Colonna großräumig ab.

  • Großaufgebot der Polizei vor dem Regierungspalast
    foto: reuters/remo casilli

    Großaufgebot der Polizei vor dem Regierungspalast

  • Fernsehbilder des Fernsehsender "Sky TG 24" zeigen Sanitäter und Sicherheitskräfte vor dem Regierungssitz in Rom.
    screenshot: sky tg 24

    Fernsehbilder des Fernsehsender "Sky TG 24" zeigen Sanitäter und Sicherheitskräfte vor dem Regierungssitz in Rom.

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