Heimgeschickt

Einserkastl |

Und aus. Keine endlose Nachtsitzung ohne Ergebnis, kein Betongießen

Nicht allzu sehr bemerkt von der Öffentlichkeit hat sich dieser Tage ein absolutes Novum abgespielt, ja, man könnte sagen, ein österreichischer Realverfassungsbruch oder auch ein Paradigmenwechsel (um dieses wahre Prämiumprodukt von Begriff wieder einmal hinzuschreiben):

Die Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat die Lehrergewerkschaft heimgeschickt.

"Danke, meine Herrschaften, so hat das keinen Sinn, außerdem war das anders ausgemacht, auf ein anderes Mal."

Und aus. Keine endlose Nachtsitzung ohne Ergebnis, kein Betongießen, kein Mürbemachen des Dienstgebers. Es ging immerhin um das neue Lehrerdienstrecht! Eine Materie, an der schon unzählige Minister, Arbeitskreise und Verhandlungsteams verröchelt sind. Und so hatten es die Lehrergewerkschafter diesmal offenbar wieder angelegt. Statt wie bisher nur mit den beiden Chefverhandlern, rückten die GÖD-Guerillas mit 15 Mann an: Vertreter der fünf Schulsparten, plus deren Stellvertretern, plus Großkaliber Neugebauer. Man hat das vor dem inneren Auge: Das ganze Großaufgebot kommt da in Imponierhaltung herein, nimmt umständlich Platz und sendet schon körpersprachlich nur eine Botschaft aus: eiserne Hintern.

Heinisch-Hosek muss natürlich mit den Gewerkschaftern reden. Aber sie muss sich nicht deren Spiel aufzwingen lassen. Beachtlich. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 27.4.2013)

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Zitat Studie AK

Die österreichische Halbtagsschule übernimmt keine Verantwortung für Leis- tungsziele. Sie verweigert vertiefendes, festigendes Lernen in der knappen Unterrichtszeit und weist diese Aufgabe und die Verantwortung den Eltern zu.

Vielleicht liegt ein Missverständnis vor, und die zahlreichen Anwesenden waren ELTERNVERTRETER ?

Wer einen LINK braucht, der soll es schreiben - jederzeit !

Heinisch-Hosek: Endlich findet wer den richtigen Ton

Ein Lob für die Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Sie hat vorige Woche die Lehrergewerkschafter mit folgenden Worten heimgeschickt: "Danke, meine Herrschaften, so hat das keinen Sinn, außerdem war das an-ders ausgemacht, auf ein anderes Mal." Dies ist der richtige Ton und Umgang mit Privi-legienrittern und Bildungsingnoranten. Nun muss eine der wenigen filierten Sozialdemo-kratInnen diesen Weg weiter gehen. Ich wünsche Ihr die Kunst den Bildungsgedanken des Comenius hochzuhalten, die Macht dieser Lehrergewerkschaft zu brechen und den LehrerInnen wieder einen freudvollen und gesellschaftlich angemessen entlohnten Beruf zu ermöglichen.
In diesem Sinn Frau Minister: Weiter so, auch die Mutigen brauchen Ermutigung

wer gehört heim...

...bzw. in die wüste geschickt?

die frau minister, die sich in unerhörter weise vom verhandlungstisch entfernte!

Lehrer sind zu weit über 50% eh weiblich

Da kann man schon von Natur aus mehr an Sparsamkeit erwarten dürfen.
Und wenn es sich unsere Töchter doch anders überlegen, allen den Vogel zeigen und etwas studieren, wovon man anständig leben kann, bevor sie Lehrerinnen werden?
Dann werden wir in ein paar Jahren halt Langzeitarbeitslose für unsere Volksschulen rekrutieren...

was mich interessieren würde:
wieviel geld fließt jährlich vom BMUKK an den standard?
gibt es artikel im standard, die von beamten des bmukk geschrieben wurden und nicht als bezahlte werbung gekennzeichnet sind, sondern als redaktionelle artikel getarnt?
wieviel artikel erscheinen pro jahr im standard, die lehrerInnenkritisch, -freundlich, -neutral sind?
wer weiß da was?

ich würde den Anteil so ermitteln:

Rot /(Rot+Grün) * 100= %-Satz

Ich erinnere mich nur, dass die Frau Schm. der Lisa Nimmervoll

einen Orden an die Brust geheftet hat ...

Oje, armer Brion. Der macht’s nimmer lang.

"...um dieses wahre Prämiumprodukt von Begriff..."

Famos, Rau, genau deshalb !

Die Gewerkschaft kann sich ja auch nicht aussuchen, mit wem sie redet.

Wenn Frau Heinisch-Hosek sich vor einer zu großen Delegation fürchtet, soll sie sich halt auch ein paar Berater mehr mitnehmen. Ihr Verhalten ist nicht beachtlich, sondern bezeichnend. Offenbar haben die (mehrheitlich) schwarzen Vorsitzenden der Lehrersparten in demokratischer Weise auch ihre roten Stellvertreter mitgenommen. Das hat Heinisch-Hosek offenbar nicht gepasst, weil sie lieber nur schwarze Gesprächspartner gehabt hätte, denen sie ein (von ihr geplantes Scheitern in die Schuhe hätte schieben können. Die (überflüssigste) Ministerin im Kabinett Faymann soll ihre Arbeit machen und nicht jetzt schon Wahlkampf. Und Rau soll ihr nicht auf den Leim gehen.

brillantes post!

Das hat mit fürchten nichts zu tun. Wenn ich mit Kollegen in eine Besprechung gebe, achten wir auch darauf, dass nicht 15 Leute 2-3 gegenüber sitzen. Das erzeugt nämlich ein Ungleichgewicht und äußerst ungute Stimmung. Ich will nicht, dass mein Gesprächspartner sich aufgrund der Masse an Menschen in die Defensive gedrängt fühlt. Ich bin aber auch höflich, rücksichtsvoll und empathisch- nicht gerade Neugebauers hervorstechende Eigenschaften!

Habe nicht den Eindruck,

dass sich die Frau Heinisch-Hosek auch nur vor irgendjemanden fürchtet. Schon gar nicht von den argumetationsbefreiten Dauerblockierern der Lehrergewerkschaft, die sich in Sachen Pfründeteilung durchaus über die Parteigrenzen hinweg einig ist.
Diese Gewerkschaft muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie mit ihren Dauerblockaden erst den Ruf der Lehrer nachhaltig ruiniert hat, obwohl sich diese das keineswegs alle verdient haben.
Mich wundert´s nur, dass sich diese Andersmeinenden nicht auf die Füß´stellen und diesen Humbug umdrehen.

Was soll bitte Dauerblockade heißen?

Würden sie gerne 20% mehr rbeiten und dafür 20% weniger verdienen?

Sie wissen aber eh, Herr Raucher, w a s der Abbruch der Sitzung bedeutet?

Kleiner Tipp:Werfen Sie einen Blick in die Geschäftsordnung des Parlaments, vergegenwärtigen Sie sich kurz den Fristenlauf, bedenken Sie, wann die nächste Wahl stattfindet...

Könnte da jemandem eine billige Ausrede gerade recht gekommen sein?

Wenn alle Verhandler da sind, dann wissen alle aus erster Hand, was gesprochen wurde.
Wenn sie die Gruppe teilt, dann beherrscht sie diese, weil sie die dann gegeneinander ausspielen kann.

herr rauscher,
schulen müssen seit vielen jahren, jahr für jahr werteinheiten einsparen. davon betroffen ist zb. der unterricht in biologie, physik, chemie (diese gegenstände gibt es in vielen schulformen gar nicht mehr), turnen (1h (!) in manchen klassen). teilungsziffern wurden und werden erhöht, begleitlehrerInnen eingespart (volksschule), schularbeitsfächer wurden herabgestuft zu testfächern (BWL). es gibt kein geld für eine halbwegs vernünftige edv-ausstattung und -wartung. usw.usw. die folgen sind u.a.: kein interesse an naturwissenschaften, übergewichtige jugendliche, ... lehrerInnen die ihre lehrverpflichtung reduzieren müssen um nicht völlig aus dem system zu kippen.
DARÜBER sollten Sie schreiben, herr rauscher!

Man erwartet sich von Rau keine sachlichen Artikel, sondern provokante und dadurch interessante

Was man auch gern hätte: intelligente Kommentare, ja, die gibts, aber selten.
Was wirft man der Gewerkschaft vor? Sie sagt nein zu Mehrarbeit bei geringerer Bezahlung (Anfangsgehalt wird leicht angehoben, die Lebensverdienstsumme herabgesetzt!)
Frage: Welcher Gewerkschafter könnte da zustimmen, ohne seine Mitglieder zu verraten?

bzw. die künftig erhofften Mitglieder, denn um die geht es hier.

ich frage mich schon, warum eine bundeslehrerin in meinem alter (55) bei durchaus vergleichbarer arbeitsbelastung und verantwortung

unbedingt um rund 18% (ohne besondere zulagen) mehr verdienen muss als ich - bei insgesamt wesentlich weniger jahresarbeitszeit (und das ist schon mit den gewichteten beträgen für die diversen unterrichts- und vorbereitungszeiten etc. gerechnet).

Komisch:

Blockierer: Menschen, die nicht verhandeln
Das war nach diesem Text ja wohl die Ministerin ?

Welch seltsamer Hass muss da über den Rauscher gekommen sein, dass er diese Tatsache so verdreht .....

Allein der Neugebauer

in Diensten der Republik ist für den Stillstand seit Jahren verantwortlich.
Kenne viele Lehrer, die ihn nicht mehr als ihren "Vertreter" wollen.

Wishful thinking?

oder Parole aus Darabos' Warroom?

Wurde mal zeit. Reden und verhandeln ist wichtig, aber von der gewerkschaft wird mehr blockiert als konstruktives eingebracht.

Mir tun alle jene lehrer/innen leid, die sich bei dieser Gewerkschaft nicht gut aufgehoben fühlen und einfach resigniert haben. Jene, die veränderungen im schulsystem wollen, ohne parteipolitische scheuklappe. Sondern endlich ins 21.jahrhundert ankommen.

Ich habs ja eigentlich nicht glauben wollen,

aber dass da ein nicht völlig grüner Kommentator wirklich auf die Mimosen-Taktik der Ministerin hereinfällt, finde ich sagenhaft.

Natürlich, eine Ministerin darf man nicht überfordern. Entschuldigung.

P. S.: Lt. anderen Berichten war die Größe der Verhandlungsdelegation angekündigt. Und irgendwie auch zu erwarten, denn es wäre ja die Verkündigung des Ergebnisses angestanden, die die Lehrergewerkschafter/innen ihren Mitgliedern irgendwie erklären hätten müssen.

Als BHS-Lehrer z. B. gehöre ich zu dieser geduldigen Gruppe, die bislang keinen Vertreter am Verhandlungstisch hatten, obwohl die Zukunft unseres sehr erfolgreichen Schulwesens offenbar geopfert werden sollte.

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