Der eigentliche Wahnsinn mit den Spargel-Preisen

Blog27. April 2013, 16:34
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Was kostet Spargel aus dem Marchfeld, aus Ungarn – und aus Peru?

Spargelzeit – endlich wieder! Der Spargel ist schließlich eines der letzten Lebensmittel, das noch halbwegs saisonalen Gesetzmäßigkeiten folgt. Umso größer daher die Lust und die Freude, wenn die weißen und grünen Stängel im Frühjahr endlich in die Regale kommen.

Wäre da nicht dieser Mann im Supermarkt, der ganz genau hinschaut und am Etikett kontrolliert, woher denn die verschiedenen Spargel nun wirklich kommen. In der einen Kiste steckt der heimische weiße Spargel – der aus dem Marchfeld. Regional gefällt natürlich besser, nur hat die Nähe offenbar auch ihren Preis: 5,99 Euro sind für das Gemüse zu zahlen, das vor den Toren Wiens produziert wurde.

Die billige Kiste nebenan

Daneben eine zweite Kiste, wo die Spargelbünde gleich zwei Euro billiger sind. "Woher kommen die um 3,99?", frage ich den Mann. "Aus Ungarn", liest jener vom Etikett ab. "Irgendwie verrückt", meine ich. "Naja, so weit weg ist das ja auch wieder nicht", gibt der andere Kunde zu bedenken, womit er natürlich Recht hat. Global gesehen ist das ja wirklich noch eine recht nahe Region.

Aber die ungarischen sind nicht die einzigen Spargeln in der Kiste um 3,99 Euro, hat der Mann bereits entdeckt. Die anderen Bünde, die hier zum gleichen Preis angeboten werden, kommen aus – Peru. Diese werden um die halbe Welt transportiert und sind trotzdem um zwei Euro billiger als die Spargel, die vor der Haustüre gestochen wurden? Das ist der eigentliche Wahnsinn, sind wir uns beide einig. (Roman David-Freihsl, derStandard.at, 26.4.2013)

  • In der rechten Kiste steckt der Spargel aus dem Marchfeld, in der linken der aus Ungarn und Peru.
    foto: roman david-freihsl

    In der rechten Kiste steckt der Spargel aus dem Marchfeld, in der linken der aus Ungarn und Peru.

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