Karriere: Manager raten ihren Kindern ab

26. April 2013, 17:08
21 Postings

Was soll aus den Kindern werden? Keine Manager, sagen fast 70 Prozent der weiblichen Chefs und fast 60 Prozent der männlichen

Der Führungskräfteberater Stanton Chase hat wieder 1500 Führungskräfte in Österreich zu Stimmung, Motivation, Jobzufriedenheit befragt. Fast alle geben an, dass sie in der Früh sehr gerne oder gerne an den Arbeitsplatz gehen. Das scheint eine Art Arrangement mit der gewählten Jobwirklichkeit zu sein, denn gefragt, ob sie ihren eigenen Kindern oder jungen Verwandten ihren Beruf empfehlen würden, antworten 56 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen negativ. Durchgehend, so die aktuelle Studie, wünschen die Befragten den kommenden Generationen mehr Freiheit bei der Jobselektion und "mehr Rücksichtnahme auf eigene Interessen und Leidenschaften".

Erholung, so geben die Manager an, fänden sie in der Familie und beim Sport, wobei für Frauen die Familie weniger Hort der Entspannung ist. Internet oder Computerspiele nennen die wenigsten als Möglichkeit zum Relaxen. Dass sie überfordert seien, geben heuer 16,4 Prozent an - vor zwei Jahren sagten das zehn Prozent.

Aktiv in Netzwerken

87 Prozent fühlen sich durch Jobangebote offenbar geschmeichelt, denn sie sagen, dass sie für Gespräche offen wären - 62 Prozent davon zeigen sich diesbezüglich selber aktiv in Netzwerken. Dabei sind die monetären Bedürfnisse offenbar ziemlich gestillt, denn als Lockmittel nennen sie "inhaltlich interessantere Aufgaben", "mehr Verantwortung", mehr Chance, die Kenntnisse und Fähigkeiten einzubringen, und das Arbeitsklima. Entlohnung nennen lediglich 25 Prozent.

An Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Widersprüchlichkeit sowie matte Prognosen für die Konjunktur scheinen sich die meisten gewöhnt zu haben, denn 46 Prozent haben positive Zukunftserwartungen (mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr). Männer (49 Prozent) sind optimistischer als Frauen (33 Prozent). 30 Prozent insgesamt finden die Stimmung in der eigenen Firma besser als im Vorjahr, 47 Prozent beschreiben die Stimmung im eigenen Unternehmen als optimistisch oder sogar sehr optimistisch.

Äußerst miese Kritiken erhalten Österreichs Politiker, denen kaum Problemlösungskompetenz zugetraut wird. 34 Prozent attestieren negativen Einfluss. In der Finanzbranche sehen sogar fast 60 Prozent "klar negativen" Einfluss der Politik auf ihr Geschäftsfeld. Enttäuschung artikulieren die Befragten vor allem bezüglich der Steuerreform und vor allem zum Anliegen einer Senkung der Lohnnebenkosten. (Karin Bauer, DER STANDARD, 27./28.4.2013)

  • Berufliche Zukunft des Nachwuchses: Mein Job für meine Kinder? Nein, macht was anderes!
    foto: istockphoto.com / diane diederich

    Berufliche Zukunft des Nachwuchses: Mein Job für meine Kinder? Nein, macht was anderes!

Share if you care.