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Schätze im Verborgenen

13. Mai 2013, 00:00

Damit täglich sauberes Wasser aus dem Wasserhahn rinnt, braucht es eine verlässliche Infrastruktur und regelmäßige Wartung. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist das oft Luxus.

Österreichs Wasserleitungssystem hat eine  Länge, mit der man fast vier Mal die Erde umrunden könnte: Rund 165.000 Kilometer an Kanälen und Wasserleitungen garantieren die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und die fachgerechte und umweltschonende Entsorgung von Abwasser. Die funktionierende Wasserinfrastruktur hierzulande und deren Erhalt und Wartung ist teuer und benötigt großes Know-how von Fachkräften. Der Wert der Rohre, Behälter, Pumpen, Armaturen und Maschinen ist nur wenigen bewusst, denn wie jeder richtige Schatz – sind diese meist vergraben oder zumindest gut versteckt.

"Oft wird übersehen, dass die Wasserversorgungssituation in reichen Ländern das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklungen ist", sagt Robert Burtscher, Experte für Wasser und Sanitärversorgung in der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. "In den vergangenen 50 Jahren flossen jährlich rund 1 Milliarde Euro in die österreichische Wasserinfrastruktur."

Der Vergleich mit Österreich verdeutlicht die strukturellen Mängel andernorts: In Entwicklungs- und Schwellenländern fehlt es nicht nur an Geld, sondern auch an geschultem Personal, das den Betrieb und die Wartung von Wasserinfrastruktur sicherstellen kann. Mangelhaft geplante und gewartete Anlagen sowie unpassende Technologien führen zu schlechter Versorgungsqualität und großen Verlusten – etwa durch lecke Rohre. Außerdem fehlt es an Erfahrung in der KundInnenbetreuung und im Rechnungswesen. Schlechter Service, lange Betriebsausfälle und mangelhafte Wassergüte bedingen letztlich, dass KundInnen nicht bereit sind für Wasser zu bezahlen und es illegal entnehmen. Mit zu niedrigen Tarifen kann die Wasserinfrastruktur jedoch nicht erhalten werden. Ein Teufelskreis.

Entwicklungszusammenarbeit für bessere Wasserversorgung

"Ein funktionierender Wassersektor lässt sich nur mit stabilen, lokalen Institutionen – von der nationalen bis auf Gemeindeeben –  aufbauen. Österreich unterstützt seine Partnerländer bei ihren Bestrebungen der Dezentralisierung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung indem die Gemeinden in der Wahrnehmung und Umsetzung ihrer neuen Aufgaben gestärkt werden",  so Burtscher.

Seit den 1990er-Jahren hat sich weltweit die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung verbessert, geht aus dem globalen gemeinsamen Monitoring Programm von UNICEF und der WHO hervor. In einigen Regionen Afrikas, Asiens aber auch Südosteuropas bleibt dennoch viel zu tun. Internationale Finanzinstitutionen (IFIs) wie die Afrikanische und Asiatische Entwicklungsbank oder die Weltbank finanzieren mit verschiedenen Maßnahmen die hohen Kosten von Infrastrukturprojekten, Schulungen von Personal sowie Aufklärungsprogrammen für die Bevölkerung. Auch Österreich ist Mitglied der IFIs und leistet Beiträge in Fonds, die Ländern im Globalen Süden und Osten zur Verbesserung der Infrastruktur zur Verfügung stehen. Der größte internationale Erfolg hat sich bereits eingestellt: Das Millenniumsziel der Vereinten Nationen zum Thema Wasser wurde bereits erreicht: Die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, wurde halbiert! Leider bleibt bei der Versorgung der Bevölkerung mit hygienischen Toiletten noch viel zu tun.

  • Die Infrastruktur für eine funktionierende Wasserversorgung ist teuer. Dringend notwendig sind Fachkräfte für Betrieb und Wartung der Anlagen.
    foto: world bank

    Die Infrastruktur für eine funktionierende Wasserversorgung ist teuer. Dringend notwendig sind Fachkräfte für Betrieb und Wartung der Anlagen.

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