Ein Bündnis für besseres Gesellschaftsklima

25. April 2013, 13:03
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Eine neue NGO-Initiative setzt sich für gelebte Vielfalt, Gleichberechtigung, politische Partizipation und gegen Diskriminierung der Zuwander ein

Am 19. April 2013 ging eine neue Organisation mit dem Namen "Gesellschaftsklimabündnis" in Österreich an den Start. Es wurde vom Netzwerk "Rechte – Chancen – Vielfalt". Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von NGOs ist, die in Bereichen Integration, Asyl und Antidiskriminierung tätig sind. Gemeinsam mit weiteren Einrichtungen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung soll das gesellschaftliche Leben in Österreich verbessert werden, um Vielfalt und unterschiedliche Weltanschauungen würdigen zu können. Gleiche Chancen und gleiche Rechte für alle, die hier in Österreich leben, fernab der Herkunft oder Staatsbürgerschaft lautet das Credo des Bündnisses.

Gleichberechtigung in allen Lebenslagen

Dem Gesellschafts-Klimabündnis ist es ein Anliegen, dass Pluralismus anerkannt und geachtet wird. Das Ziel sei nicht nur die Anerkennung von Vielfalt, sondern Gleichberechtigung in allen Lebenslagen, wie etwa Bildung, Arbeit und Einkommen, Gesundheit, Wohnen und politische Partizipation.In konkreten Projekten soll das Gesellschaftsklima in Gemeinden verbessert und Betriebsvereinbarungen gegen Diskriminierung und für gelebte Diversität entwickelt werden.

Festrednerin beim Gründungsakt am 19. April war die Philosophin und Publizistin Isolde Charim. Sie betonte, dass Österreich schon längst eine pluralistische Gesellschaft ist und "es gibt auch keinen Weg mehr zurück".  Dies verlange nach einer neuen Begrifflichkeit; so könne zum Beispiel Gleichheit nicht mehr nur – wie beim Citoyen – Gleichheit  vor dem Gesetz heißen. "Die neue Vorstellung von Gleichheit bedeutet auch, dass jeder in seiner Besonderheit anerkannt wird."

Bündnis setzt auf Partnerschaften

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die unterschiedlichen Diskriminierungsformen angesprochen. AMS-Vorstand Johannes Kopf zählte sowohl  Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund als auch Arbeitslosigkeit selbst als mögliche Benachteiligung am Arbeitsmarkt auf. Andrea Eraslan-Weninger, Geschäftsführerin des Integrationshauses, forderte vor allem den Zugang für Asylwerber zum Arbeitsmarkt. Mourad Mahidi, Geschäftsführer der Bundesjugendvertretung, sah Jugend in jedem Fall als Nachteil: "Jugend ist ein Teil unserer Gesellschaft und nicht ein Problem!"

Das Gesellschafts-Klimabündnis möchte für alle dauerhaft in Österreich lebenden Menschen soziale Sicherheit und politische Teilhabe durch die Vernetzung von Verwaltung und Politik gewährleisten. Sie setzen dabei auf Partnerschaften, wie die Caritas der Erzdiözese Wien, die Volkshilfe, dem Arbeitsmarktservice, der Arbeiterkammer Wien und viele mehr.

"Eigentlich sollte so ein Bündnis nicht notwendig sein. Aber in der Realität zeigt sich immer wieder, dass Vielfalt nicht geschätzt und auch nicht gelebt wird", erklärte Barbara Prammer beim anschließenden Gründungsakt für ein neues Gesellschaftsklimabündnis in Österreich im Parlament.

Am 19. April 2013 hatten sich bereits verschiedenen Projektgruppen in einer Werkstatt zusammengefunden. Realisiert werden sollen unter anderen Initiativen in Gemeinden und Bezirken sowie einjährlicher Gesellschaftsklimatag – der erste genau in einem Jahr am 25. April 2014. (red., 25.4.2013, daStandard.at)

  • Präsentation eines Gesellschaftsklimabündnisses für Österreich. Am Podium v.li.: Andrea Eraslan-Weninger, Walter Leiss, Isolde Charim, Mari Steindl, Mark Terkessidis, Johannes Kopf, Mourad Mahidi, Nasila Berangy-Dadgar.
    foto: parlamentsdirektion/bildagentur zolles kg/mike ranz

    Präsentation eines Gesellschaftsklimabündnisses für Österreich. Am Podium v.li.: Andrea Eraslan-Weninger, Walter Leiss, Isolde Charim, Mari Steindl, Mark Terkessidis, Johannes Kopf, Mourad Mahidi, Nasila Berangy-Dadgar.

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