Erzbischof von Aktivistinnen mit Wasser bespritzt

24. April 2013, 17:01
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Der belgische Bischof empfiehlt Lesben und Schwulen Abstinenz in Form des Zölibats und erntet dafür eine Wasser-Attacke im Femen-Stil

Brüssel - Vier Aktivistinnen haben den Primas der belgischen katholischen Kirche wegen homophoben Äußerungen attackiert. Die Frauen liefen am Dienstagabend bei einer Veranstaltung an der Freien Universität Brüssel mit nacktem Oberkörper auf Erzbischof Andre Leonard zu und bespritzten ihn mit Wasser aus Flaschen in Form der Jungfrau Maria, wie die Agentur Belga berichtete. Dazu riefen sie Slogans wie "Stopp Homophobie" und "Leonard, es reicht".

Der Primas saß mit dem Philosophieprofessor Guy Haarscher für eine Diskussion zum Thema "Blasphemie: Beleidigung oder Meinungsfreiheit" auf dem Podium. Auf Fotos ist zu sehen, wie er während der Aktion seinen Blick auf die gefalteten Hände richtet. Die Frauen agierten nach dem Muster der ukrainischen Aktionsgruppe Femen. In belgischen Medien hieß es, die Gruppe habe in Belgien ebenfalls Mitglieder, zu denen die Demonstrantinnen gehörten.

Bischofskonferenz kritisiert die Aktion

Leonard gilt als erzkonservativ und hat des öfteren mit Äußerungen Aufsehen erregt. Im März hatte er in einem Interview Homosexuellen "eine Form des Zölibats und der Abstinenz" empfohlen. Das folge aus der Natur und dem Gegenüber von Mann und Frau, sagte der katholische Geistliche.

Belgiens Bischofskonferenz kritisierte am Mittwoch die Aktion. Sie stehe "in totalem Gegensatz" zum Thema des Abends und zur Art und Weise, in der die Kirche den Dialog pflege, hieß es in einer Erklärung. Der Philosoph Haarscher sagte, er stimme mit Leonard in der Frage der Homosexualität absolut nicht überein, aber dieser habe das Recht, seine Meinung zu äußern. (APA, 24.4.2013)

  • Wasser-Attacke auf Erzbischof Andre Leonard wegen homophober Äußerungen.
    foto: apa/julien warnand

    Wasser-Attacke auf Erzbischof Andre Leonard wegen homophober Äußerungen.

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