Operndirektor Meyer plant Ende des Kinderzelts

24. April 2013, 11:20

Ersatzlösung für Saison 2014/15 angestrebt - Kinderoper "Pollicino" feiert am Sonntag auf Hauptbühne Premiere

Wien - Ein voller Sonntag steht der Wiener Staatsoper in vier Tagen bevor - mit zwei Aufführungen an einem Tag. Am Vormittag gibt es große Oper für kleine Zuschauer, wenn mit Hans Werner Henzes 1980 uraufgeführtem "Pollicino" nach langer Zeit wieder einmal eine Kinderoper auf der Hauptbühne erklingt. Am Abend steht dann die Wiederaufnahme von Gaetano Donizettis "La Fille du Regiment" auf dem Programm, wofür Kiri Te Kanawa ans Haus zurückkehrt.

Dass bei "Pollicino" die Kinder auch in den Saal der Staatsoper und nicht nur ins Kinderzelt gelassen würde, sei essenziell, so Staatsopern-Direktor Dominique Meyer: "Alles, was wir oben im Zelt bringen, ist schön und notwendig, aber es ist nicht genug. Für die Kinder ist es unglaublich emotional, wenn sie in den Hauptraum kommen - das bleibt ihnen. Auch ist es für sie unheimlich bewegend, eine laute Stimme ohne elektronische Verstärkung zu hören. Für uns Erwachsene ist das ganz normal, für die Kinder ist es wie ein Wunder."

Alternative für Kinderzelt

Dank der neuen Probebühne konnten einige Proben aus der Staatsoper in Richtung Arsenal verlagert werden. In der gewonnenen Zeit kann man nun Kinderoper spielen. "Das Zelt ist klein und im Sommer heiß und im Winter kalt. Auch ist zwischen Auditorium und Bühne kein großer Abstand, die Möglichkeiten sind also sehr eingeschränkt", stellte Meyer weiterhin in Aussicht, auf das Zelt am Dach einen Ersatz zu finden, zumal auch der Denkmalschutz mit der Lösung nicht glücklich ist: "Wir arbeiten daran und sind nicht weit davon entfernt." Die Details einer Zeltalternative wollte Meyer noch nicht verraten, aber den Zeitplan: "Die übernächste Saison ist mein Ziel."

Noch am gleichen Tag können sich dann die Erwachsenen den Saal der Oper zurückerobern, wenn Gaetano Donizettis "La Fille du Regiment" nach sechs Jahren wiederaufgenommen wird. Die Oper in der Inszenierung von Laurent Pelly hatte 2007 mit Natalie Dessay, Juan Diego Florez und Janina Baechle Premiere gefeiert. Diesesmal singt Aleksandra Kurzak die Rolle der Marketenderin Marie, die mit dem Tiroler Partisanen Tonio anbändelt - dieser wird wiederum vom jungen John Tessier gesungen, der mit dieser Rolle sein Hausdebüt am Ring begeht. Und nach 20 Jahren kehrt die legendäre neuseeländische Sopranistin Kiri Te Kanawa als Duchesse de Crakentorp in die Staatsoper zurück. (APA, 23.4.2013)

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7 Postings

Am Vormittag gibt es große Oper für kleine Zuschauer .... Bitte mehr davon!!!

Gott sei Dank kommt dieses Zelt endlich weg!

die Keilerei um die wenigen Karten war immer unerträglich - und warum sollten die Kinder sich nicht rechtzeitig an das große Haus gewöhnen?
in der Volksoper funktioniert das ja auch bestens!

und endlich wieder eine Rückkehr zu der schönen Terasse, die man dem Publikum so lang mit dieser Pawlatschen vorenthielt!

Kiri Te Kanawa

mit einem der wohl schönsten, je komponierten Lieder:

http://www.youtube.com/watch?v=MY0eeotSDi8

ENDLICH.

Dieses Zelt war für diesen langen Zeitraum eine Frechheit.

Kein Privater hätte das dürfen!!!
So ein Schandflecketwas auf dieses Bauwerk zu klatschen ...

Bravo Meyer!

Schandfleck

ist noch ein Understatement. Es wird wirklich Zeit, dass das Operndach davon befreit wird - BRAVISSIMO Herr Direktor Meyer ! Das sonst so
pingelige Denkmalamt hätte diesen unpassenden "Aufbau" niemals
genehmigen dürfen ! Mit "Oper" hatten die dort gezeigten Produktionen
außerdem recht wenig zu tun, es handelte sich eher um Klamauk.

Sie haben wohl keine Kinder ....

sonst würden Sie nicht so einen Schwachsinn posten. Es gab im großen Haus schon früher Kinderoper, zum Beispiel Peter Pan. Aber das kam bei den Kindern nicht gut an, weil sie zu weit von der Bühne weg waren und jene in den hinteren Reihen überhaupt nichts mitbekamen. Das Zelt war ideal, um Kindern die Oper näherzurbingen. Daher ein krüftiges Buh für diese ignorante Entscheidung von Meyer!

seltsam ignorante Meldung!!

wahrscheinlich hatten sie beim Kartenkauf immer ein Protektionsvorkaufsrecht!

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