Zahnpflege muss nicht teuer sein

24. April 2013, 11:40
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Der VKI testet Zahnpasten und kommt zu dem Ergebnis, dass Kariesvorsorge nicht zwingend einen hohen Preis hat

Wien – Worauf kommt es bei einer Zahnpasta besonders an, und beugen auch Billig-Zahnpasten Karies vor? Das Testmagazin "Konsument" widmet sich in seiner Mai-Ausgabe diesen Fragen.

Das Ergebnis: Elf der 14 getesteten Zahnpasten wurden mit "Sehr gut" oder "Gut bewertet. Darunter befinden sich auch sehr preiswerte Produkte für weniger als einen Euro pro 100 Milliliter.

Am wichtigsten ist bei Zahnpasten, dass sie den Wirkstoff Fluorid für die Kariesprophylaxe enthalten. Er hilft, die Zahnoberfläche zu remineralisieren und die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen Säuren zu erhöhen.

"Fluorid steht zwar immer wieder in der Kritik. Es ist aber in den Mengen, in denen wir es über die Zahnpasta aufnehmen können, ungefährlich. Selbst ein versehentliches Verschlucken schadet der Gesundheit nicht", betont Konrad Brunnhofer vom Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Billigprodukt ist Testsieger

Laut VKI wurde der durchschnittliche Fluoridgehalt der Zahnpasten – innerhalb der gesetzlichen Grenzen – von 1993 bis heute um etwa 24 Prozent erhöht. Elf der vierzehn getesteten Produkte enthalten genug Fluorid für einen sehr guten Kariesschutz. Drei Produkte – Lavera Neutral Zahngel, Sante Dental med Zahncreme Myrrhe und Ajona medi zinisches Zahncremekonzentrat – verzichten auf Fluorid und erhielten die Bewertung "nicht zufriedenstellend". Testsieger war hingegen ein regelrechtes Billigprodukt des Diskonters Lidl, gefolgt von Colgate und Elmex.

Pasten mit hohem Abrieb nur bedingt empfehlenswert

Kaffee, Tee und Zigaretten machen auf den Zähnen unschöne Verfärbungen sichtbar. Dagegen sollen Zahnpasten mit hohem Abrieb, die viele "Putzkörper" enthalten, wirken. Manchmal werden sich auch mit Zusätzen wie "Whitening-Effekt" beworben. "Bei empfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen sind sie nicht zu empfehlen, da sie bestehende Schäden noch verschlimmern können. Oft ist der Abrieb auf der Verpackung jedoch nicht angegeben", bemängelt Brunnhofer. Im Test gab es sowohl mit hohem, mittlerem als auch niedrigem Abrieb "sehr gute" oder "gute" Zahnpasten mit ausreichendem Kariesschutz.

Elektrische Zahnbürsten – auch hier gut und preiswert möglich

Mit der Handzahnbürste kann man das Karies verursachende Plaque zwar genauso gut entfernen, am wenigsten kann aber beim Putzen mit einer elektrischen Zahnbürste falsch gemacht werden. Dass auch hier der Preis kein Qualitätskriterium ist, zeigt ein Test zu neun elektrischen Zahnbürsten. Dabei konnten punktemäßig Zahnbürsten um rund neun beziehungsweise rund 30 Euro (Müller/Sensident, Braun Oral-B Vitality Precision Clean) mit "guten" um 120 oder rund 200 Euro locker mithalten. (red, derStandard.at, 24.4.2013)

  • Für die Kariesprophylaxe enthalten Zahnpasten üblicherweise Fluorid - "Putzt man sich die Zähne und spült danach kurz aus, nimmt man so geringe Mengen der Substanz auf, dass keinerlei ­Gefahr für die Gesundheit besteht", erklärt der VKI.
    foto: dpa/victoria bonn-meuser

    Für die Kariesprophylaxe enthalten Zahnpasten üblicherweise Fluorid - "Putzt man sich die Zähne und spült danach kurz aus, nimmt man so geringe Mengen der Substanz auf, dass keinerlei ­Gefahr für die Gesundheit besteht", erklärt der VKI.

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