Ein Beet als Blütenwand

30. April 2013, 18:06
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Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.

Die Kunst, Beetböden anders als flach zu gestalten, verdient es längst, vor den Vorhang gebeten zu werden. Dabei helfen nicht nur mühsam herbeigeschleppte Gesteinsbrocken, sondern auch vermodernde Baumstämme, bleiches Treibholz und bemoostes Elchgeweih. Die Kunst ist nun, diese unterschiedlich beschaffenen und verschieden hohen Elemente im noch nicht austreibenden Beet so anzuordnen, dass sie einerseits die Pflanzen beim Wachsen nicht behindern und andererseits spontan verstreut, also ja nicht gewollt gesetzt aussehen. Viel Spaß beim Steinerücken!

Zusätzlich zum Einbringen natürlicher Strukturelemente gibt es eine weitere Möglichkeit, fade Flachbeete zu laotischen Landschaften zu pimpen. Es ist das gute Hochbeet, das dies vermag. Hier seien einige Anregungen angeführt, die zu Freude und Erfolg führen mögen.

Hügellandschaften und Täler

Es empfiehlt sich vorweg, das Hochbeet eher im Hintergrund als in die erste Reihe zu platzieren. Hochbeete kann man sehr schön nach hinten ansteigen lassen, und wer unterschiedlich hohe hat, kann Hügellandschaften und Täler zaubern oder einen Sattel zwischen zwei Kuppen errichten. Entscheidend ist, dass die Hochbeete so umpflanzt werden, dass man ihre Wände nicht mehr sieht. Die Pflanzen davor und daneben sollten ausgetrieben und blühend die Oberkante der Wand um gut dreißig Zentimeter überragen. So verschwindet die künstlich geschaffene Struktur im Grün.

Gleichzeitig gilt es natürlich zu überlegen, welche Pflanzen im Hochbeet gut zur Geltung kommen. Hier sind jene ideal, die bereits knapp über dem Boden dichtes Laub entwickeln, damit man nicht in einen Stängelwald hineinsieht. Und auch innerhalb des Hochbeets sollten die Pflanzen ansteigen können. Ein Bürstenschnitt Marke "Grace Jones in den Achtzigern" macht sich da weniger gut.

Hortensienkaskade

Für die Realisierung grüner Wände ums Hochbeet eignet sich zum Beispiel die Hortensie. Eine alte Waldhortensie kann mit ihren beinahe melonengroßen, creme-weißen Blütenköpfen gut eineinhalb Meter in die Höhe gezogen werden. Den Trog versteckt man unterdessen am besten mit anderen Hortensiensorten: etwa mit der Sorte Endless Summer, die den ganzen Sommer über bis tief in den Herbst hinein eine Blüte nach der anderen nachschiebt. Oder mit der entzückend fragilen Vanille-Fraise, einer Rispenhortensie, deren Farbspiel weiß beginnt und die mit jeder Woche ihres Lebens prächtiger wird: zuerst rosa und letztendlich dunkelrot.

Selbst diese Hortensien lassen sich so schneiden, dass ihre Blüten bis über das Hochbeet wachsen. Man muss dazu nur beim Rückschnitt jene Triebe länger lassen, die dem Hochbeet näher sind. Die Triebe ganz vorn dürfen wie gewohnt auf die gewünschte Kürze gebracht werden. Diese Hortensienkaskade kann nun zusätzlich mit Gräsern durchsetzt werden - und ja: Auch Gräser sollten strukturiert nach Längenwachstum zwischen den Hortensien platziert werden.

Hochbeete können tatsächlich über sich selbst hinauswachsen. Man muss nur wissen, wie man sie als grünen Paravent zum Nachbarn gestaltet. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 26.4.2013)

  • Ein Tipp zum Hochbeet als Paravent

Ein Hasengitter am Boden des Hochbeets verhindert, dass Nager von unten einziehen.
Ein Hochbeet als Paravent lässt sich gut mit Hortensien realisieren. Dafür kommen unterschiedliche Sorten je nach Wachstumseigenschaften zum Einsatz.

    Ein Tipp zum Hochbeet als Paravent

    1. Ein Hasengitter am Boden des Hochbeets verhindert, dass Nager von unten einziehen.
    2. Ein Hochbeet als Paravent lässt sich gut mit Hortensien realisieren. Dafür kommen unterschiedliche Sorten je nach Wachstumseigenschaften zum Einsatz.
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