Das Smartphone als Cashcow: abalo beteiligt Nutzer an Werbeeinnahmen

23. April 2013, 15:23
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Bis zu 15 Euro pro Monat können Smartphone-Nutzer ab Mai mit Werbeanzeigen auf dem Sperrbildschirm verdienen

Das Wiener Start-Up abalo media will ab 1. Mai mit digitalen Werbeplaktaten fürs Smartphone den Markt für mobile Werbung vom Herzen Europas aus revolutionieren. Den entscheidenden Impuls zum Erfolg versprechen sich die Gründer durch die Beteiligung der Nutzer am verdienten Werbeeuro. Monatlich können pro Smartphone bis zu 15 Euro eingenommen werden.

Das Prinzip hinter der Geschäftsidee lehnt sich stark an werbefinanzierte Handytarife an. Der Sperrbildschirm des Smartphones wird als Plakatfläche verwendet. Die Anzeige bleibt dabei im Hintergrund und überdeckt weder den Entsperrmodus noch die Uhrzeit. Der Entsperrvorgang zählt als Klick, der sowohl für den Auftraggeber als auch für den Handynutzer abrechnet.

Entsperrung ist der neue Klick

Bis zu 27-mal pro Tag können Anzeigen auf dem Bildschirm erscheinen, jedes Mal Entsperren verwandelt sich für den Nutzer automatisch in eine Gutschrift von 1,8 Cent. Die monatliche Höchstgrenze liegt bei 15 Euro, der Betrag wird per Paypal oder Scheck an den Kunden ausgezahlt. Für Werbetreibende gilt ein Standard-TKP von fünfzig Euro pro 1000 Sichtungen, die kleinstmögliche Buchung ist das KMU-Paket mit 10.000 Sichtungen. Als Sichtung gilt die Entsperrung, was gleichsam die Währungseinheiten TKP und CPC gleichsetzt.

abalo Media Erklärung from abalomediea on Vimeo.

Das System, das entweder über die Webseite oder die abalo-Applikation aus dem Google Playstore aktiviert wird, braucht zum Durchstarten vor allem eine breite Nutzerbasis. 125.000 registrierte Nutzer in Österreich bis Ende 2013 sind das anvisierte Ziel des Gründungstrios, bestehend aus Peter Götzl (CTO), Michael Mass (CMO) und Alexander Zrost (CEO). In ganz Europa sollen es bis dahin eine Million sein, das System wird im Laufe des Jahres auch in Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien verfügbar sein. Der US-Start ist für 1.1.2014 anberaumt.

Neuer Investor für Europalaunch

"Nach dem Österreichstart im Mai ziehen wir im Juni gleich mit Deutschland nach", sagte Götzl bei der Pressekonferenz am Dienstag, "durch unsere Gespräche mit den Mediaagenturen und unseren Corporate-Partnern haben wir herausgefunden, dass durch die engen geschäftlichen Verknüpfungen Österreich und Deutschland quasi parallel laufen." Für den Europalaunch allerdings werde man sich einen weiteren Investor an Bord holen, schließlich seien die Werbekosten zur Schaffung einer breiten Nutzerbasis enorm, erklärte Mass. Derzeit wird das Jungunternehmen von der Deutsche Balaton AG finanziell unterstützt.

Android, Windows, aber kein Apple

"Ich bin Abalo. Ich verdiene Geld mit meinem Handy!" lautet der Claim, der in den nächsten Wochen eine breite Nutzerbasis in Österreich schaffen soll. Geworben wird mit jugendlichen Coneheads mit Birnenkopf, eine Anlehnung an den amerikanischen Internetgiganten Apple, wie Mass vor Journalisten schmunzelnd zugibt.

Umso skurriler mutet es dabei an, dass abalo zwar auf Android-Geräten und demnächst auch auf Windows verfügbar sein wird, Apple sich bis jetzt aber gegen eine Geschäftsbeziehung verwehrt. "Wir haben mit Restriktionen zu kämpfen", versuchte Zrost die Schwierigkeiten zu erklären. Erstens sei es gegen die Richtlinien, eine App einzig zum Ausspielen von Werbung anzubieten und zweitens verwehre sich Apple im Allgemeinen gegen die Nutzung des Startbildschirms als Werbefläche.

Manner, Ikea, Sony und Palmers

Zumindest über einen Zustrom an Werbetreibenden können sich die Jungunternehmer nicht beschweren. Nach einer dreimonatigen Testphase kann abalo media Großkunden wie Manner, Ikea, Sony und Palmers an Bord begrüßen, insgesamt werden beim Start Anfang Mai schon über zehn Firmen mit an Bord sein. Ende des Jahres soll deren Zahl bereits auf sechzig angewachsen sein, wobei in der Erfolgsphantasie der Gründer darunter Unternehmer wie Nestle oder Procter&Gamble mit einer Mulitbrandstrategie vertreten sein werden.

Keine Erotik, keine Politik

"Wir haben besonderen Wert auf die Qualität der Sujets gelegt. Außerdem ordnen wir uns den sonstigen Richtlinien des Marktes unter, also keine erotischen oder politischen Schaltungen", stellte Zrost beim Pressegespräch klar. Zudem soll es den Nutzern möglich sein, werbefreie Zeiten einzustellen und den durchschnittlichen 15-Minuten-Rhythmus nach Belieben zu unterbrechen. 

"Wir wollen unseren Nutzern nur sinnvolle Werbung einspielen", so das Gründungstrio unisono. Dafür werden bei der Registrierung die wichtigsten Eckdaten wie Geschlecht, Alter und Wohnort aufgenommen, um via einer eigenen Targeting-Plattform passende Werbeanzeigen auszuspielen. "Die Daten werden aber nur dafür genutzt, bleiben in der Anwendung anonymisiert und werden auch nicht verkauft", versicherte Götzl. An örtlich und zeitlich optimierten Erweiterungen, die zukünftig unter Aufpreis gebucht werden können, wird bereits gearbeitet. 

Auslieferung der Plakate

Die Plakate werden bei Verfügbarkeit über WLan an die Nutzer ausgeliefert, ansonsten erfolgt die Zustellung über das normale UMTS-Netz, für das der User zahlt. Das monatliche Datenvolumen ist zwischen 125 und 250 Megabyte anberaumt, sollte das jedoch den Tarif der Nutzer ausreizen, besteht die Möglichkeit über die App die Einstellungen zu empfangenden Datenmenge zu verändern. (tara, derStandard.at, 23.4.2013)

  • Die Gründer der abalo media von l.n.r.: Peter Götzl (CTO), Michael Mass (CMO) und Alexander Zrost (CEO).
    foto: abalo media gmbh/apa-fotoservice

    Die Gründer der abalo media von l.n.r.: Peter Götzl (CTO), Michael Mass (CMO) und Alexander Zrost (CEO).

  • Über die abalo-App kann der Nutzer individuell seine Einstellungen regeln und seine Einnahmen überprüfen.
    foto: abalo media gmbh

    Über die abalo-App kann der Nutzer individuell seine Einstellungen regeln und seine Einnahmen überprüfen.

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