"Don't fuck with music": Deutsche Musiker wollen Urheberrecht bewahren

23. April 2013, 11:22
  • "Don't fuck with music" wendet sich gegen günstigere Abmahnverfahren.
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    "Don't fuck with music" wendet sich gegen günstigere Abmahnverfahren.

  • Einem Brief an Bundestagsabgeordnete wurde ein Fake-iPod beigelegt.
    netzpolitik.org

    Einem Brief an Bundestagsabgeordnete wurde ein Fake-iPod beigelegt.

Initiative "beschenkte" Bundestagsabgeordnete mit falschen iPods

Weil der deutsche Bundestag darüber berät, den Streitwert bei Abmahnungen wegen einfacher Urheberrechtsverletzungen auf 1.000 Euro festzuschreiben, ziehen deutsche Musiker unter dem Slogan "Don't fuck with music" morgen in Berlin auf die Straße. Auch die Anwaltskosten könnten auf einen Betrag von 155,30 Euro pauschaliert werden.

Initiative gegen Streitwertsenkung

Die Initiative sieht darin, so heise, eine Entwertung des Urheberrechts. Der Sprecher der Initiative, Dirk Wilberg, pocht auf ein "starkes Urheberrecht und seine verlässliche Durchsetzung". Eine Minderung von Streitwert und Anwaltskosten würde es schwieriger machen, sich gegen Verstöße zu verteidigen.

Mitglieder sind unter anderem Anette Herrmann und Tobias Siebert. Sven Regener Sänger der bekannten Band "Element of Crime", sympathisiert mit der Bewegung.

Kritik an Filehoster

"Don't fuck with music" ruft die Politiker auf, stärker gegen Filehoster und Filesharer vorzugehen. Insbesondere die Speicherplatzanbieter ist ihnen ein Dorn im Auge. "Wer vom Musikkopieren finanziell profitiere, müsse die Musiker und ihre Partner am Gewinn beteiligen", so das Manifest.

Man sieht sich auch als eine Art Tabubrecher. "Bisher scheuen die Künstler davon zurück, öffentlich für ihre Rechte einzutreten, aus Angst, sie könnten dann als uncool gelten. Das ist aber der falsche Weg, denn die illegale Verbreitung von Musik schadet der Musik und den Musikern. Dagegen müssen wir uns wehren", so Wilberg.

Brief mit beigelegtem iPod-Fake

Im Vorfeld der morgigen Proteste hat "Don't fuck with music" einen Brief an alle Bundestagsabgeordneten verschickt. Neben dem Text zur politischen Position der Initiative lag diesem, wie Netzpolitik.org berichtet, auch ein iPod-Klon bei. (red, derStandard.at, 23.04.2013)

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Kuturschaffende wehrt euch

Gestern traf ich einen aufstrebenden Künstler auf dem Heimweg und wir unterhielten uns. Resümee: die AKM, GEMA, etc kassieren nur für die eigene Daseinsberechtigung, ebenso wie aume oder GIS. Er würde nie zur AKM gehen. Er spielte mir ein paar seiner Tracks am iphone vor und ich gönnte mir die gesamte CD, die ich mir zuhause reinzog. Super Arrangements, herrlich erfrischend. AKM & AUME GO HOME!! We don't fuck with music, we f... you!

Was sich die "Kulturschaffenden" fragen sollten...

... ist, ob sie ihr kulturelles Schaffen tatsächlich unter dem Senkel des Vertriebs und Kapitals stellen wollen, und damit Tür und Tor öffnen für Leute, die genau das ausnutzen, um sich selbst mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viel an Kapital heraus zu nehmen?
Was bedeutet es noch ein Musikstück zu komponieren, wenn es nur noch darum geht, sich damit sein Lebensunterhalt zu verdienen? Is das Urheberrecht wirklich der Weisheit letzter Schluss, um ein universales Gut, wie etwa Musik, einem kapitalistischen Zwang zu unterwerfen, und damit dieses Gut als Produkt zu entwerten, das man konsumiert, wie ein iPhone, und wegwirft, wie eben dieses?

Mag etwas ideologisch klingen, aber ich denke, dass diese Frage dringender zu beantworten wäre.

Don't fuck with Customers!

Wenn ein Musiker sowas braucht, ist er offensichtlich kein besonders guter Musiker.

nicht "guter", erfolgreicher....GROOOOOßER UNTERSCHIED!!!

Letzlich ein guter Punkt. Klar ist gratis besser. Aber einer verdient immer, egal wie es läuft.

Entscheidend wäre, Abkehr zu nehmen von alten Vertriebswegen. Neue Filme, Serien, Spiele, Musik - jedem gefällt was anderes.

Es gibt Leute die schauen gern NHL (Eishockey, Kanada, USA... sie wissen schon) und zahlen eine Extra-Abo-Gebühr um genau das sich anzusehen.

Hier liegt imo die Zukunft, weg von fixen Angeboten von sndern, hin zu dem was man sehen möchte. Rechtlich müssen endlich die nötigen Räume geschaffen werden, vieles ist nicht möglich bei uns.

Dann wird jeder Künstler bekommen, was er verdient, und die Verteiler auch weiterhin ihren Teil abstauben..

Weit hammas bracht...

Da machen Leute Musik und regen sich auf, dass andere Ihre Werke hören wollen.

Warum machen die überhaupt Musik?

Weit hammas bracht.

Die wollen doch tatsächlich Geld für ihre Arbeit. Versteh ich nicht.

Wer unaufgefordert Arbeit verrichtet, hat nicht zwangsläufig ein Recht auf Entlohnung.

Ganz richtig.

Aber wenn die Früchte dieser Arbeit dann von jemandem verwendet werden (angehört, angesehen, gelesen, gegessen, was auch immer), der wohl schon.

Wenn ich ein Stück der Strasse vor meinem Haus fege und mir Passanten dafür beim Vorbeigehen nichts bezahlen, beschwere ich mich nun auch. Denn immerhin verwenden sie die Früchte meiner Arbeit.
Evt. überlege ich mir eine von der Bürstengröße abhängige Abgabe auf jeden in Österreich verkauften Besen.

Dieser Vergleich hinkt auf dermassen vielen Ebenen, dass ich mir sicher bin, Sie meinen das nur als Provokation.

So dumm, das ernsthaft zu glauben, können Sie nicht sein.

Musik = Arbeit

Weg von dem künstlerischem Aspekt gleich zum Business. Ok here we go:

Was halten Sie von der Sichtweise:
Musik ist Werbung für den Namen des Künstlers. Wenn die Werbung gut einschlägt dann steigt der Wert des Namens und dann bekommt der Künstler auch Geld, über welche Einnahmequelle auch immer.

Der reine Contenthandel ist in einer Welt, in der man die Information eines Liedes locker in einer Minute zu Milliarden Menschen transferieren kann, ein Anachronismus.
Staatliche Apparate zu Missbrauchen (Abmahnungen, Lobbying für Gesetze, ...) um diesen Anachronismus am Leben zu halten wird nicht ewig akzeptiert werden.

Musik = Arbeit

Ja, unter anderem auch. Man darf seinen Job ruhig mit Liebe und Leidenschaft machen und sich trotzdem erwarten, dafür Geld zu bekommen.

Diese "Erwartung" richtet sich an wen?

Ihre Diktion klingt so als wäre ein Musiker ein Hackler der gewisse Aufgaben abarbeitet und dafür am Ende des Monats ein Gehalt bekommt.
Gibts sicher auch aber ich denke um die gehts hier nicht.

Also, an wen geht die Erwartung, den Musiker zu bezahlen?

An die, die seine Musik anhören, seine Videos anschauen und seine Konzerte besuchen.

Ein Lied zu schreiben und aufzunehmen wird doch hoffentlich nicht weniger wert sein als ein T-Shirt zu verkaufen.

Anscheinend schon.

Interessant ist doch, dass immer nur die Lobby schreit, selten die Musiker. Viele begehren sogar gegen die Lobbyvorwürfe und sind FÜR freie Downloads, woran das wohl liegt.

Für Konzerte habe ich bisher immer noch Geld bezahlt (sofern verlangt) und sei der Musiker noch so schlecht. Genau da liegt auch die Basis, von Musik leben zu können, Konzerte.

Komisch auch dass ein Youtube-Video offenbar genug Basis liefert, Geld verdienen zu können.

Das stimmt großteils nicht.

Die meisten Musiker sind *gegen* illegale Downloads, aber nur wenige trauen sich, ihre Meinung auch öffentlich zu vertreten -- die Angst vor dem Fan-Backlash ist ebenso berechtigt wie verbreitet. Es möchte ja niemand wie Metallica angegriffen werden und nicht jeder ist in der finanziell glücklichen Position eines Sven Regener, dessen Publikum in einer Altersklasse ist, die noch CDs kauft.

Natürlich gibt es auch solche, die nichts gegen Downloads haben -- aber "viele" sind das nicht gemessen an der Gesamtzhal -- Musiker wollen genauso Geld verdienen wie andere auch.

Und um Geld mit einem YOutube Video zu verdienen, muss man schon extrem viel Glück und Erfolg haben (Mio. Views), für 99,9% der Musiker ist das keine Option.

Hätte ich mir vorher keine Musik von Parov Stelar anhören können ohne dafür zu bezahlen, hätte ich mir nicht gerade eben eine Konzertkarte für 37€ gekauft :)

Ich denke schon, dass auch illegale Downloads den Künstlern helfen.

Sehe ich ganz genau so. Ich habe gewisse Bands, Künstler und Gruppen erst dadurch kennengelernt, dass ich mp3s bzw. Alben im Internet gehört habe. Danach kamen dann massig CD Bestellungen über amazon.co.uk und co.

Der Markt muss sich auch ändern. Es kann z.B. nicht sein, dass ich im englischen oder japanischen iTunes Store nicht einkaufen kann, nur, weil ich nicht dort wohne. Wenn ich Künstler unterstützen und Musik auf legalem Wege kaufen möchte, muss man mir das ermöglichen.

"Das ist aber der falsche Weg, denn die illegale Verbreitung von Musik schadet der Musik und den Musikern."

über diesen satz muss ich immer wieder lachen, da ich nicht mainstream höre. ohne hörproben aus dem internet würde ich die meisten bands, die ich höre & kaufe, gar nicht mal kennen. mindestens youtube ist für mich essentiell zum kennenlernen neuer bands und in meinem bevorzugten genre (pagan metal) steht auch alles von jeder band auf youtube samt allen official videos direkt von den labels. zB nuclear blast mit über 1300 videos:
http://www.youtube.com/user/Nucl... lastEurope

was effektiv nix andres ist als musik kostenlos zur verfügung zu stellen. youtube-to-mp3 websites gibt es haufenweise. die CDs kauf ich dann bevorzugt beim konzert, wo ich gern noch ein paar euro drauf leg, weils direkt an die band geht.

"ohne hörproben aus dem internet würde ich die meisten bands, die ich höre & kaufe, gar nicht mal kennen."

Trifft auch auf mich zu. Die meisten meiner Lieblinsgruppen bzw -musiker habe ich erst durch das Internet kennen und lieben gelernt :)

Dirk Wilberg – Anette Herrmann – Tobias Siebert – Carol von Rautenkranz – Kai-Uwe Kolkhorst – Harald Großkopf – Andreas Reihse – Francesco Andreas Wilking – Ulrich Schnauss – Uwe Jahnke – Gunther Buskies – Tom Hessler – Deniz Erarslan – Friedrich Weiss – Benedikt Schnermann – Jeannette Annina Chung – Andy Ludyk – Maximilian König – Florian Wienczny – Oliver Minck – Rainer Marschel – Thomas Marschel – Bernard G. Muller – Florian Pongs – The Toten Crackhuren im Kofferraum – Jürgen “Jojo” Wolter

Kennt - außer mir- die Personen auch niemand?

https://soundcloud.com/community... rk-wilberg
http://www.myspace.com/anetteherrmann
http://de.wikipedia.org/wiki/Caro... autenkranz
http://www.youtube.com/watch?v=_3FbBmYC6h0 (Kai-Uwe Kolkhorst)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hara... _Grosskopf
http://www.i-april.de/ Andreas Reihse
http://youtu.be/kSQJ5hkhnCs Francesco Andreas Wilking
http://www.myspace.com/ulrichschnauss
http://www.discogs.com/artist/Uwe+Jahnke

in erwatung dass das so weiter geht erspar ich mir den rest , dass die keine große kohle verdienen ist echt kein wunder.

auf isohunt (torrent tauschbörse) findet man übrigens keinen einzigen dieser "künstler"

Vielleicht irgendwelche "Volksmusiker"?

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