Buntbarsche werden in warmem Wasser größer

21. April 2013, 21:45
13 Postings

Hormonfreie Aufzucht von Tilapien hat nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorteil

Afrikanische Buntbarsche aus Aquakulturen brauchen nicht bedingt Hormone, um schneller zu wachsen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass warmes Wasser die selbe Wirkung hat. Nun haben Wissenschafter von der Georg-August-Universität Göttingen nachgewiesen, dass die Fische in wärmerem Wasser sogar schneller an Masse zulegen und oft  auch größer werden als ihre hormonbehandelten Artgenossen.

Um die Menschen mit tierischem Eiweiß zu versorgen, werden in einigen Ländern junge Tilapien mit Hormonen gefüttert, um möglichst viele Männchen zu erzeugen, erklärt Gabriele Hörstgen-Schwark von der Abteilung Aquakultur und Gewässerökologie. Männliche Tiere haben einen Wachstumsvorteil und legen doppelt so schnell zu, weil weibliche Buntbarsche dieser Art Maulbrüter sind und während der Brutpflege kein Futter zu sich nehmen können. Vor allem in tropischen Ländern werde das Geschlecht der Fische in den ersten Lebenswochen durch ein hormonhaltiges Futter beeinflusst.

Barsche ohne Hormonbehandlung werden größer

"Wir konnten in früheren Untersuchungen nachweisen, dass eine Wassertemperatur von 36 Grad die Geschlechtsausbildung frisch geschlüpfter Larven beeinflusst", so Hörstgen-Schwark. In der Kreislaufanlage des Kooperationspartners Fisch und Wasser Oelzschau (Sachsen) sind nun hormonbehandelte, genetische und temperaturbehandelte Männchen miteinander verglichen worden. "Es hat sich herausgestellt, dass die temperaturbehandelten Männchen schneller wachsen und sogar größer werden als die hormonbehandelte Vergleichsgruppe. Diese Methode hat demnach nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorteil."

Hauptproduktionsland ist derzeit China gefolgt von Ägypten. Seit einigen Jahren steige die Nachfrage auch in Europa. Um den hohen europäischen Standards von Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu entsprechen, sind gleichwertige Methodenwichtig, die aber auf den Einsatz von Hormonen verzichten. Derzeit arbeiten die Forscher weiter an der Optimierung einer Aquakulturanlage mit integrierter Wärmebehandlung. (red, derStandard.at, 21.04.2013)

  • Warmes Wasser führt bei afrikanischen Buntbarschen zu einem schnelleren Wachstum. Mehr noch: die männlichen Buntbarsche werden sogar größer als in einer hormonbehandelten Vergleichsgruppe.
    foto: georg-august-universität göttingen

    Warmes Wasser führt bei afrikanischen Buntbarschen zu einem schnelleren Wachstum. Mehr noch: die männlichen Buntbarsche werden sogar größer als in einer hormonbehandelten Vergleichsgruppe.

Share if you care.