Prachtstraße und Bim ohne Radler in Innsbruck

16. April 2013, 18:38
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Grüne kritisieren umstrittene Verbote für Radfahrer in der Innenstadt - Jetzt wird gestraft

Innsbruck - Eine Woche Schonfrist hatte die Polizei den Radfahrern gewährt, seit Anfang der Woche wird gestraft: Wer mit dem Rad durch die nördliche Maria-Theresien-Straße in Innsbruck düst, wird verwarnt, im schlechtesten Fall droht eine Anzeige. Es dürfte nicht lange dauern, dann werde wohl jemand Klage beim Verfassungsgerichtshof einreichen, heißt es aus Radlerkreisen.

Schon die Diskussion um das Radfahrverbot auf 120 Metern der Innsbrucker Prachtstraße hatte die Stadtkoalition gespalten. 26 Abgeordnete hatten dafür, 14 dagegen gestimmt. Die Befürworter des Radfahrverbotes waren Vertreter der Bürgermeisterinnenliste Für Innsbruck, der SP und der oppositionellen VP und FP: Diese argumentierten mit der Sicherheit der Fußgänger. SP intern wurde das Verbot von den Jusos heftig kritisiert. Deren Vorsitzender Luca Tschiderer ärgerte sich besonders über das Abdrehen der Bürgerinitiative "Fahrradfreundliches Innsbruck".

Sicherheitsargument zieht laut Grünen nicht

Die Grünen, Teil der Innsbrucker Stadtregierung, waren immer gegen das Fahrradverbot. Sie hatten sogar nachgeforscht: Das Sicherheitsargument zähle eigentlich nicht: 2012 habe es keinen einzigen Unfall zwischen Radfahrer und Fußgänger gegeben. 2011 sei ein Fußgänger niedergestoßen worden, allerdings nicht von einem Radler, sondern von einem Taxifahrer.

Nach den Radfahrern sollen jetzt auch die Taxis am Durchfahren der Maria-Theresien-Straße gehindert werden. Denn gerade in der Nacht würde sie gerne als Abkürzung genutzt. Die Taxler geben das auch selbst zu: Aus Servicegründen werde der kürzere Weg gewählt. Überlegt werden jetzt Poller.

Keine Downhill-Bikes

Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) werden keine Downhill-Bikes mehr auf ihren Linien J und 6 Richtung Igls mitnehmen. Das massive Anwachsen der Szene sei der Grund für das Verbot, sagt IVB-Chef Martin Baltes. Hinweise, dass nur vier Bikes transportiert werden könnten, seien nicht beachtet worden. Oft seien bis zu 17 Downhill-Bikes in Bim oder Bus gewesen.

Damit könnten aber andere Gäste ihre Räder nicht mehr mitnehmen. Zudem sei das Downhill-Biken über Wege des Lanserköpfl gar nicht offiziell erlaubt. Und illegale Fahrten wolle das Unternehmen nicht unterstütze. Ziel müsse daher eine offizielle Bike Streck sein. Dann werde es für die Downhiller auch ein IVB-Spezialangebot geben. (ver, DER STANDARD, 17.4.2013)

  • Kein Radfahren in der Maria-Theresien-Straße mehr.
    foto: ralf roletschek/wikimedia (CC-Lizenz)

    Kein Radfahren in der Maria-Theresien-Straße mehr.

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