Provider noch nicht bereit für High-Speed-WLAN

17. April 2013, 13:24
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Neue WLAN-Standards versprechen Geschwindigkeiten, die aber aufgrund veralteter Strukturen nur langsam kommen werden

Noch in diesem Jahr werden aller Voraussicht nach einige Geräte auf den Markt kommen, die den neuen 802.11ac-Standard für WLAN implementiert haben. Damit wären theoretisch Geschwindigkeiten bis zu 6,77 Gigabit pro Sekunde im WLAN möglich. Apple soll beispielsweise bereits in den nächsten Macs diesen Standard unterstützen, Samsung hat ihn schon in seinem neuesten Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 verbaut. Doch die wirklich schnellen Download-Geschwindigkeiten könnten noch eine Zeit lang auf sich warten lassen, wie das "Wall Street Journal" berichtet.

Ein Vierzigstel ist Realität

Der 802.11ac-Standard ermöglicht zwar drei Mal so schnelle Verbindungen wie seine Vorgänger, das angebotene Breitband kommt dem aber scheinbar nicht hinterher. In den USA beträgt die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit demnach 32 Megabit pro Sekunde, also etwa ein Vierzigstel des Möglichen des neuen Standards.

Langsame Entwicklung

Internet Service Provider müssten, um auf gleichem Level zu bleiben, massiv in die Infrastruktur bereits vorhandener Leitungen investieren. Der einfachere Weg ist es also, Übertragungsgeschwindigkeiten weiterhin zu drosseln. Zwar bemühen sich die Provider Geschwindigkeiten von 300 Megabit pro Sekunde bis zu einem Gigabit anbieten zu können, die Realität sieht aber anders aus: Diese Experimente der Provider sind nur einem Bruchteil der Bevölkerung zugänglich, kosten dementsprechend und entwickeln sich nur langsam.

Auswahl von Routern noch überschaubar

Für das  WLAN zuhause ist eine Drosselung zwar nicht möglich, was aber beim Kabel raus und beim Router reinkommt, liegt aber sehr wohl in der Hand des Providers. Neuartige WLAN-Standards verbessern lediglich die Datenübertragung im eigenen Haus. 802.11ac lässt sich beispielsweise deutlich weniger von einem Babyphon oder einer Mikrowelle stören. Laut Cisco-Manager Chris Spain zahlt sich ein neuer Router bei einem 802.11ac-Gerät aber aus. Billig sind die Geräte aber nicht: Zwischen 150 und 400 Dollar müsse man aktuell für so einen Router hinlegen. Viel Auswahl hat man dabei noch nicht. Erst, wenn die ersten Smartphones und Laptops mit dem Standard auf den Markt kommen, werden die Router-Hersteller wahrscheinlich nachziehen.

Höchstgeschwindigkeiten unwahrscheinlich

An öffentlichen Orten, Hotels und Konferenzräumlichkeiten wird der neue Standard vermutlich sehr schnell Einzug halten. Hersteller werden sich aber für all ihre Router und Angebote an ein Regelwerk halten müssen, das noch in diesem Jahr vom Institute of Electrical and Electronics Engineers kommen wird. Analysten rechnen damit, dass bis Ende 2014 alle Geräte mit dem neuen Standard ausgestattet sein werden. Vor allem in großen Menschenmengen sollten User sehr schnell die neuen Geschwindigkeiten und Störungsfreiheiten zu schätzen wissen, so ein Analyst von Forrester. Wann immer diese neuen Möglichkeiten eine breite Verbreitung finden werden: Geschwindigkeiten über sechs Gigabit pro Sekunde werden vermutlich nur die wenigsten Anwender überhaupt verzeichnen können. (red, derStandard.at, 17.4.2013)

  • Schnelle WLAN-Standards bringen wenig, wenn die Provider mit dem Ausbau nicht vorankommen

    Schnelle WLAN-Standards bringen wenig, wenn die Provider mit dem Ausbau nicht vorankommen

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