Gegenwind für Windanlage in Steyr

15. April 2013, 18:24
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Streit zwischen Umweltschützern um geplante Anlage auf dem Damberg

Steyr - Er ist der Hausberg der Steyrer, und mit dem Schwarzberg und dem Braschenberg gehört der Damberg zum beliebtesten Naherholungsgebiet der Region. Diesen Höhenrücken hat das Land Oberösterreich allerdings auch zu einer Vorrangzone für Windkraft auserkoren.

Bis zu 15 Windräder könnten dort für 25.000 Haushalte Strom erzeugen. Konkrete Pläne für einen Windpark wurden in den vergangenen Monaten ausgearbeitet. Jetzt streiten Umweltschützer miteinander: saubere Energie contra Naturzerstörung. Ihre Argumente werden Befürworter und Gegner demnächst Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) vortragen.

Noch vor acht Jahren hatte das Land ein Vorhaben, auf dem Damberg Windräder aufzustellen, aus naturschutzfachlichen Gründen abgelehnt. 2012 präsentierte Anschober dann Oberösterreichs Windmasterplan und erklärte damit das seit 2005 bestehende "Windkraft-Moratorium" im Land für beendet. In dem neuen Masterplan ist nun das Gebiet zwischen Damberg und Schwarzberg als Vorrangzone ausgewiesen. Rudolf Forster und seine Söhne möchten mit ihrem Unternehmen "Erneuerbare Energie Laussa" deshalb dort für 75 Millionen Euro einen Windpark realisieren. Demnächst soll der Plan zur Vorprüfung beim Land eingereicht werden. Unterstützt wird die Familie Forster von der Interessengemeinschaft (IG) "Wind am Damberg" .

Gegner sehen Natur bedroht

Diese Schützenhilfe können Forsters gut gebrauchen. Denn nach Bekanntwerden des Projekts gründeten auch Gegner eine IG. Die "Freunde des Dambergs und Schwarzberges" wollen die Zerstörung des Naherholungsgebietes und der Natur verhindern. "Es ist schon ein starkes Stück, auf die Bergrücken eine Windindustrie hinzusetzen", kritisiert IG-Sprecherin Martha Rieß das geplante "Monsterprojekt". Für jedes der 200 Meter hohen Räder müssten zwischen 6000 und 7200 Quadratmeter Waldboden entfernt und der Boden befestigt werden. Die Lärmentwicklung und der Schattenwurf der Windräder seien zudem gesundheitsschädigend, führt Rieß weitere Gegenargumente. Unterstützt werden die Gegner auch von der Ortsgruppe Steyr des Alpenvereins.

Die von den Gegnern angeführten Befürchtungen versucht die IG "Wind am Damberg" zu entkräften. Deren Sprecher David Höbarth versichert, dass weder Natur noch Naherholungsgebiet vernichtet würden. "Derzeit arbeitet die IG an einem Konzept zur nachhaltigen Nutzung des Windparks, die weit über ein Wandergelände hinausgeht." Als Nächstes werde dies der Öffentlichkeit präsentiert. Eines will Familie Forster aber gleich klarstellen: Nicht maximal 7200 Quadratmeter befestigten Grund, sondern höchstens 1400 Quadratmeter seien pro Windrad notwendig. Aber auch das werde der Bevölkerung bei Infoabenden erklärt. ( Kerstin Scheller, DER STANDARD, 16.4.2013)

  • Bis zu 15 Windräder könnten sich bald zur Steyrer Dambergwarte gesellen.
    foto: gemeinde st. ulrich

    Bis zu 15 Windräder könnten sich bald zur Steyrer Dambergwarte gesellen.

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