Apple und Google mit Big Brother Award ausgezeichnet

13. April 2013, 11:12
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Deutscher Schmähpreis ging an IT-Riesen in unterschiedlichen Kategorien

Seit 2000 verleiht der deutsche Datenschutzverein Digitalcourage den Negativpreis Big Brother Award. Auch in anderen Ländern wird der Schmähpreis mittlerweile an Unternehmen vergeben. Der Award soll die Verletzung der Privatsphäre anprangern. In der Kategorie „Arbeitswelt" wurde 2013 die Apple Retail GmbH aus München, mit dem Schmähpreis ausgezeichnet. Die Firma betreibt in Deutschland die Apple Stores. Kritisiert wird die umfassende Videoüberwachung, die sowohl Kunden, als auch die eigenen Mitarbeiter betrifft. So sollen nicht nur Verkaufs- und Lagerräume dauerhaft überwacht worden sein, sondern auch die Pausenräume.

Mangelhafte Platzierung der Videoüberwachungs-Hinweisschilder

Gegenüber Golem.de gab Victoria Sklomeit, die Geschäftssekretärin der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, an, dass sich der Betriebsrat im Münchner Apple-Store gegen die intensive Kameraüberwachung eingesetzt hatte und es mittlerweile eine Vereinbarung gäbe. Zuvor soll es aber zu einer ungeregelten Videoüberwachung gekommen sein, die auch vor den Sozialräumen keinen Halt nahm. In der Vergangenheit wurde die Apple Retail GmbH in Deutschland  bereits wegen mangelhafter Platzierung der Kameraüberwachungs-Hinweisschilder kritisiert. Nach einer Weile beugte sich das Unternehmen der Kritik der Datenschutzbehörde und platzierte transparente Aufkleber in den Apple-Stores in Augenhöhe, statt zuvor in "Dackelhöhe".

Google ebenso in der Kritik

In der Kategorie „Globales Datensammeln" wurde Google mit einem Big Brother Award ausgezeichnet. Über deren Dienste sollen Echtzeitdaten über die Nutzer gesammelt werden um diese dann für eine möglichst profitable Kategorisierung zu verwenden. Google soll dabei europäisches Recht missachtet und die marktbeherrschende Stellung ausgenützt haben. (red, derStandard.at, 13.04.2013)

Nachlese

Golem.de

Zeit.de

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    foto: screenshot: digitalcourage
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