Salzburger Koalition drohen am 5. Mai schwere Verluste

12. April 2013, 19:02
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30 Prozent für die SPÖ, 29 für die ÖVP - so lautet drei Wochen vor der Salzburger Landtagswahl die Hochrechnung des Linzer Market-Instituts. Das würde für beide Koalitionspartner schwere Verluste bedeuten - wer am Ende vorne liegen wird, ist offen

Salzburg/Linz - Die SPÖ dominiert die politische Diskussion im Land Salzburg - aber das wird sie nicht vor schweren Verlusten bei der Landtagswahl am 5. Mai bewahren. Ob Gabi Burgstaller Landeshauptfrau bleiben kann, hängt vor allem davon ab, wie stark die Verluste der ÖVP sein werden, erklärt der Meinungsforscher David Pfarrhofer vom Linzer Market-Institut, das für den Standard die Stimmungslage in Salzburg ausgelotet hat.

Dabei zeigt sich: Die bisher mit 39,4 Prozent führende SPÖ dürfte ein Viertel ihres Stimmenanteils verlieren und auf etwa 30 Prozent zurückfallen. Die ÖVP, zuletzt 36,5 Prozent, wird nach der jüngsten Hochrechnung knapp unter 30 Prozent landen, Market hält 29 Prozent für das wahrscheinlichste Ergebnis. Pfarrhofer: "Das sieht nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus - wobei die konkreten Köpfe durchaus unterschiedlich bewertet werden, wenn man sich die Landeshauptmann-Frage ansieht. Da liegt nämlich die amtierende Landeshauptfrau doch deutlich vorne."

29 Prozent bei Direktwahl

der Standard ließ fragen: "Angenommen, Sie könnten den Landeshauptmann direkt wählen, wem würden Sie Ihre Stimme geben?" Dabei kommt Burgstaller auf 29 Prozent, Herausforderer Wilfried Haslauer von der ÖVP nur auf 14. An dritter Stelle liegt Astrid Rössler von den Grünen mit neun Prozent, an vierter Karl Schnell (FPÖ) mit sechs, an fünfter Hans Mayr vom Team Stronach mit drei Prozent, und der Pirat Wolfgang Bauer könnte ein Prozent der Stimmen verbuchen.

Burgstaller kann sich nicht nur auf die bekennenden SPÖ-Wähler stützen, sie kommt auch gut bei älteren und bildungsfernen Befragten an. Die 29 Prozent, die Burgstaller in der Direktwahlfrage erhält, sind etwas über dem Vergleichswert für den schwarzen Landeshauptmann Günther Platter in Tirol (26 Prozent), aber deutlich unter den rund 50 Prozent der Niederösterreicher, die hinter Erwin Pröll stehen.

Market fragte nicht nur nach möglichen Wahlentscheidungen, sondern auch nach dem politischen Umfeld - und das wird vom Finanzskandal beherrscht. Zwar meinen 76 Prozent, dass solche Skandale auch anderswo vorkommen, und 61 Prozent, dass sie selber nicht durchblicken - doch sind die Schuldzuweisungen klar definiert: Nur 21 Prozent meinen, dass die Verantwortung bei den Beamten liege.

Fragt man, welche Partei sich um die Aufklärung des Skandals besonders angestrengt hat, nennen 40 Prozent die Grünen, 18 Prozent die SPÖ, 13 die ÖVP und elf die Freiheitlichen.

Market fragte weiter: "Und welche Partei ist für den Finanzskandal verantwortlich?" Hier nennen 49 Prozent die SPÖ, 15 die ÖVP - wobei fast alle ÖVP-Anhänger und die Mehrheit der Sympathisanten der Oppositionsparteien die SPÖ nennen, während bekennende SPÖ-Wähler in hohem Maße die Volkspartei für den Skandal verantwortlich machen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 12./13.4.2013)

  • Wichtige Motive für die Wahlentscheidung
    grafik: der standard

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  • Wer die Themen in der Landespolitik vorgibt
    grafik: der standard

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