Meisterwerke der Moderne für das Belvedere

12. April 2013, 17:04
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Francesca Habsburg übergab 15 Arbeiten aus der Sammlung ihres Vaters als Dauerleihgabe an das Museum

Wien – 15 Gemälde der klassischen Moderne – vom deutschen und französischen Expressionismus bis zum italienischenFuturismus – hat die Sammlung Thyssen-Bornemisza dem Belvedere als Dauerleihgabe übergeben. Mit Arbeiten von August Macke, Karl Schmidt-Rotluff oder Gino Severini können sogar Lücken in der Sammlung geschlossen werden. Dank eines weiteren privaten Leihgebers erhöht sich der Bestand an Bildern des Pioniers abstrakter Malerei, František Kupka, von Null auf Drei.

Diese und andere Kooperationen, da sind sich Francesca Habsburg, Tochter des Sammlungsgründers Hans Heinrich von Thyssen-Bornemisza, und Belvedere Direktorin Agnes Husslein-Arco bei der Pressekonferenz am Freitag einig, beruhen nicht auf ihrer Freundschaft, aber sie sei doch hilfreich. Um ein Gegengeschäft für die Nutzung des Ateliers im Augartens handele es sich nicht, sagte Husslein. Die Tba21, Francesca Habsburgs private Kunstinitiative, ist dort Mieterin. Für ein öffentliches Museum sei es allerdings immens wichtig, Sammler als Partner zu haben; die Konkurrenz sei groß, persönliche Beziehungen würden da viel aus machen.

Habsburg betonte, es sei ihr ein Anliegen, einige Werke aus der Sammlung ihres Vaters in Wien präsentiert zu wissen, darunter auch das erste Bild aus dem 20. Jahrhundert, das er in seine Kollektion integrierte (Noldes "Junges Paar", 1931-35) und auch eines seiner letzten Erwerbungen, Maurice de Vlamincks "Les Oliviers" (1905-06).

Die Dauerleihgaben fürs Belvedere stammen nicht aus dem Bestand des Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, das 1992 mit etwa 700 Arbeiten aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza eröffnet wurde (1993 erwarb der spanischen Staat einen Großteil), aber zwischen dem Belvedere und dem Madrider Haus wurden nun – auch dank Board-Mitglied Francesca Habsburg – erste Kontakte geschlossen; eine künftige intensivere Zusammenarbeit schließt Husslein-Arco nicht aus.


Alexej von Jawlensky: "Kind mit Puppe" (1910, Öl auf Holz)

9 der 15 Bilder sind bereits jetzt in die aktuelle Sammlungspräsentation integriert, darunter Emil Noldes "Blumengarten" (1917), Maurice de Vlamincks "Les Oliviers" (1905/06) oder Alexej von Jawlenskys "Kind mit Puppe" (1910), das dessen "Damenbildnis" von 1908 so stimmig ergänzt, als sähe man hier Mutter und Kind nebeneinander.

In den kommenden Monaten werden auch andere Werke, wie etwa Edvard Munchs Lithografie "Das kranke Kind" (1896), Arthur Segals "Brücke" (1921) oder Ernst Ludwig Kirchners „Frau vor Birken" (um 1907) in die Ausstellung integriert. (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 13./14.4.2013, Langfassung)

  • František Kupka: "Serie C VIII" (1935-1946, Öl auf Leinwand)
    foto: thyssen-bornemisza collections

    František Kupka: "Serie C VIII" (1935-1946, Öl auf Leinwand)

  • August Macke: "Promenade à Trois" (1914, Öl auf Leinwand)
    foto: thyssen-bornemisza collections

    August Macke: "Promenade à Trois" (1914, Öl auf Leinwand)

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