Großbritannien will "irreführende" Free2Play-Spiele verbieten

12. April 2013, 13:59
84 Postings

Britische Behörde untersucht vor allem Geschäftspraktiken, die Kinder zum Zahlen bewegen

Britische Konsumentenschützer des Office of Fair Trading (OFT) nimmt sich ob zunehmender Beschwerden so genannte Free2Play-Spiele (F2P) zur Brust und will untersuchen, ob manche Auslegungen des Geschäftsmodells gegen Gesetze verstoßen. Gleichzeitig wurde einem Bericht von CVG zufolge gegenüber Entwicklern und Spielherausgebern eine Warnung ausgesprochen.

Umstrittenes Geschäftsmodell

Über das F2P-Modell wird der Zugang zu Spielen kostenlos ermöglicht, wobei Einnahmen durch den Verkauf von Spielinhalten wie Ausrüstungsgegenstände oder neue Levels generiert werden. Das Geschäftsmodell ist umstritten, da Spieldesign so umso stärker mit dem Hintergedanken der Monetarisierung konzipiert werden und Hersteller nach Wegen suchen, Spieler kontinuierlich zum Kauf neuer Inhalte zu bewegen. Dies geschieht beispielsweise, in dem Landwirtschaftssimulatoren extra lange Wartezeiten bis zur Ernte oder zur Erreichung einer neuen Entwicklungsstufe einbauen und Spielern dann die Option geben, diese Wartezeit gegen Bares zu verkürzen. Es ist ein ebenso lukratives wie populäres Geschäftsmodell, das Herausgebern die Chance gibt, Millionen von Konsumenten auf unterschiedlichsten Plattformen zu erreichen.

"Irreführend und unfair"

Die britische Behörde will untersuchen, ob F2P-Spiele "irreführend, kommerziell aggressiv oder auf andere Weise unfair" sind. Welche Werke genau angeschaut werden, wurde nicht verraten. Die OFT will jedoch vor allem herausfinden, ob die geprüften Spiele gezielt Kinder ansprechen und diese zu Einkäufen ermutigen oder sie dazu anstiften, ihre Eltern zum Zahlen zu bewegen. Direkte Kaufaufforderungen vom Schlage "buy now" sind dem britischen Konsumentenschutz zufolge illegal. Sollte die OFT auf derartige Implementierungen in Spielen stoßen, werden die Hersteller dazu aufgefordert, diese Elemente zu entfernen. Im äußersten Fall könnte eine Klage folgen.

Die Konsumentenschützer stellen klar, dass es ihnen kein Anliegen ist, generell In-App-Verkäufe zu verbieten. Allerdings ginge es darum, Kinder und deren Eltern zu schützen, die sich durch scheinbar kostenlose Spiele zum Zahlen genötigt fühlen. (zw, derStandard.at, 12.4.2013)

  • "Farmville" gehört zu den ersten wirklich erfolgreichen F2P-Spielen
    foto: zynga

    "Farmville" gehört zu den ersten wirklich erfolgreichen F2P-Spielen

Share if you care.