Die Energiesparlampe ohne Quecksilber

14. April 2013, 12:08
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Bei der Hannover Messe wurde der Prototyp einer ungiftigen und elektrodenlosen Energiesparlampe präsentiert

Längst mussten Glühbirnen aus den Regalen des Handels und damit schlussendlich in vielen Haushalten den Energiesparlampen weichen. LEDs als Alternative sind vielen Menschen noch zu teuer. Energiesparlampen aber enthalten Quecksilber - zwar deutlich weniger als ein Fieberthermometer, aber die Gesundheitsgefährdung durch das Nervengift wird doch heiß diskutiert.

Zerbricht eine Energiesparlampe, so sollten Kinder und Schwangere sofort aus den Räumen gehen und die Räumlichkeiten gut gelüftet und ohne Staubsauger gründlich gereinigt werden - so die offiziellen Empfehlungen. Zudem müssen Energiesparlampen im Sondermüll entsorgt werden. Ob sie - von der Herstellung bis zur Entsorgung - damit wirklich als energiesparender und umweltschonender als Glühlampen einzustufen sind, wird vielfach bezweifelt.

Energiesparlampe ohne Quecksilber

Abhilfe verspricht die neue Entwicklung eines deutschen Forschungskonsortiums, die Energiesparlampe "3rdPPBulb", die ganz ohne Quecksilber auskommt. "Zurzeit führt der Patentfonds der Deutschen Bank die Lizenzverhandlungen mit den großen Herstellern. Ich gehe davon aus, dass unsere Lampe im kommenden Jahr zu kaufen sein wird", ist Rainer Kling vom Lichttechnischen Institut (LTI) des Karlsruher Instituts für Technologie überzeugt. 

Für die neue "3rdPPBulb" haben Wissenschafter der Abteilung "Licht- und Plasmatechnologien" am LTI zwei Jahre lang eine Reihe von Materialien getestet, bis sie die passende Kombination von metallhaltigen Verbindungen fanden, die das Quecksilber ersetzen konnte. Die richtige Mischung der ungiftigen Gase ist geheim, sagte Celal Mohan Ögün - und murmelte auch etwas von Indium und Argon. 

Lampe kommt ohne Elektroden aus

Die Entzündung des Gases erfolgt außerhalb des Lampenkolbens, durch Mikrowellen, weswegen ein Elektrodenabbrand ausgeschlossen ist. Die Mikrowellen sind nach Angaben der Forscher ungefährlich. "Das ist im Grunde dieselbe Technik wie in jedem Handy." Die Forscher sprechen zudem von einer hohen Leuchtdichte, guter Farbwiedergabe, angenehmen Lichtfarben, der Dimmbarkeit der Lampe und einer kurzen Startphase. Bei der Präsentation auf der Hannover Messe hat der Prototyp nach Betätigen des Lichtschalters sofort hell aufgeleuchtet.

Kling geht von einer Lebensdauer der Lampe von rund 30.000 Stunden aus: "Wenn sie jeden Tag drei Stunden an ist, muss man sie erst nach 27 Jahren auswechseln. Das könnte natürlich für die Hersteller ein gewisses Problem sein." (red, derStandard.at, 14.4.2013)

  • Die Energiesparlampe "3rdPPBulb" kommt ohne Quecksilber aus.

    Die Energiesparlampe "3rdPPBulb" kommt ohne Quecksilber aus.

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