Beschwerde gegen Ö3: "Privatestes Radio"

11. April 2013, 18:01
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Kronehit bringt ORF-Radio vor die Medienbehörde, Privatsender unterstützen

Wien - Zum 15. Geburtstag der Privatradios machen sich die Jubilare ein besonderes Geschenk. Ernst Swoboda, Geschäftsführer von Kronehit und lange Mediaprint-Justitiar, kündigt eine Beschwerde gegen Ö3 bei der Medienbehörde KommAustria im Juni an: "Ö3 ist das privateste und kommerziellste Radio", sagte Swoboda bei einer Podiumsdiskussion der österreichischen Privatsender.

Die Privatradios sehen durch Gebührenfinanzierung und Werbung des ORF-Radios Wettbewerbsnachteile. " Die Programmbeschwerde geht davon aus, dass die Hörfunkprogramme des ORF Vollprogramme sind, die inhaltliche Anforderungen des ORF-Gesetzes erfüllen müssen", sagt Swoboda im STANDARD-Gespräch. Diese Anforderungen betreffen Kultur, Information, Sport und Unterhaltung. Ö3 erfülle sie unzureichend, glaubt Swoboda.

Ö3-Programmscreening

Das zeige eine Studie, die sogar der ORF selbst im Rahmen seines Qualitätssicherungsprogramms veröffentlicht habe und im Juni der Medienbehörde vorgelegt werde, sagt Swoboda. Der Wortanteil bei Ö3 lag demnach 2011 bei nur 20 Prozent, 2012 sei dieser Anteil deutlich gesunken. Seit Sommer habe Ö3 sich "noch einmal mehr in Richtung Privatsender geändert", sagt Swoboda. Ebenfalls Teil der Beschwerde ist ein Ö3-Programmscreening: "Wir zeichnen seit Monaten auf und analysieren" , sagt der Kronehit-Chef.

Beschwerdeführer ist der Privatsender Kronehit. Der Verband österreichischer Privatsender unterstützt die Aktion. Dessen Beschwerde zum ORF-Programm gab die Medienbehörde Recht. Die Berufung des ORF liegt beim Bundeskommunikationssenat. (Doris Priesching, DER STANDARD, 12.4.2013)

  • Lässt Ö3 prüfen: Kronehit-Chef Ernst Swoboda.
    foto: standard/newald

    Lässt Ö3 prüfen: Kronehit-Chef Ernst Swoboda.

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