Troubadour aus dem Senegal: Mansour Seck

11. April 2013, 19:10
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Der Sänger und Gitarrist stellt das neue Programm "Fuuta Blues" bei seiner ersten Österreich-Tour vor

Als in den 1980ern das Label Weltmusik erfunden wurde, stand vor allem der Senegal im Fokus des "westlichen" Interesses. Nicht zuletzt wegen Peter Gabriels Womad-Festival, auf dem auch die besten Musiker aus dem westafrikanischen Staat auftraten: allen voran die in der Griot-Tradition verwurzelten Youssou N'Dour und Baaba Maal. Griots sind lokale Sänger und Dichter, die Mythen und Geschichte der Vorfahren ebenso weitergeben, wie sie aktuelle soziale Missstände satirisch kommentieren.

Ein anderer, hierzulande allerdings weniger bekannter derartiger Troubadour ist Mansour Seck. Der blinde Gitarrist und Sänger stammt aus einem alten Griot-Clan, geboren wurde er - wie Baaba Maal - Anfang der 1950er-Jahre in der nordsenegalesischen Stadt Podor. Seit Kindertagen kennen sich Seck und Maal, in jungen Jahren zogen sie als Wandermusikanten durch ganz Westafrika. Eine Tradition, die auch aus dem frühen US-Blues bekannt ist - nicht der einzige Grund, warum der legendäre DJ John Peel das akustische Baaba-Maal/ Mansour-Seck-Album Djam Leelii (1984) mit der rohen Intensität eines Muddy Waters verglich.

Während Maal an der Uni in Dakar und danach in Paris Musik studieren konnte, musste Seck die Schulausbildung wegen einer erblich bedingten Augenkrankheit abbrechen. Seit 1974 gehört er zu den diversen Bands von Maal, daneben spielte er sechs eigene Alben ein. Seine letzte Soloplatte Teddungal ist 2010 auf dem senegalesischen Label Bii Ak Bii erschienen und sollte heuer noch einen Vertrieb in Europa finden.

Derzeit tritt Seck gemeinsam mit Barou Sall (Xalam/Laute), Ndo Kanoute (Kora/Stegharfe) und Mbara Cissé (Bass) erstmals in Österreich auf, um sein neues Programm Fuuta Blues vorzustellen. (Gerhard Dorfi, DER STANDARD, 12.4.2013)

12. 4., Salzburg, Oval
13. 4., Bleiburg, Altes Brauhaus
14. 4., St. Pölten, Cinema Paradiso

  • Erstmals in Österreich auf Tour: Mansour Seck.
    foto: warner

    Erstmals in Österreich auf Tour: Mansour Seck.

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