Warum eine Handvoll Chips nicht genug ist

11. April 2013, 22:20
  • Einmal angefangen, fällt es schwer von Kartoffelchips die Finger zu lassen.
    foto: apa/barbara gindl

    Einmal angefangen, fällt es schwer von Kartoffelchips die Finger zu lassen.

Essen ohne Hunger: Nicht definierte Inhaltsstoffe scheinen auf das Lustzentrum im Gehirn zu wirken

New Orleans - Nach einer Handvoll Kartoffelchips können nur die wenigsten aufhören mit der Mampferei. Woran das liegt, hat nun ein Team von Wissenschaftlern zu ergründen versucht. Nach ihren vorläufigen Erkenntnissen muss es in den Chips noch nicht definierte Inhaltsstoffe geben, die direkt auf das Lustzentrum im Gehirn wirken, wie der Forschungsleiter Tobias Hoch aus Erlangen-Nürnberg heute bei einer Tagung der American Chemical Society in New Orleans mitteilte. Nur so lasse sich erklären, dass Menschen Chips immer weiter essen, auch wenn sie längst satt sind.

Aus der Wirkungsweise von Kartoffelchips lassen sich den Angaben zufolge Erkenntnisse über die "hedonistische Hyperphagie" gewinnen, die hunderten Millionen von Menschen weltweit zu schaffen mache. Das übermäßige Essen ohne wirkliches Hungergefühl sei in seiner chronischen Form ein Schlüsselfaktor in der epidemischen Ausbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit, erläuterte Hoch.

Bisher wurde allgemein davon ausgegangen, dass der hohe Gehalt an Fett und Kohlenhydraten die "magische" Anziehungskraft von Snacks ausmacht. In Experimenten mit Ratten fand das Forscherteam an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg allerdings heraus, dass dies zur Erklärung allein nicht ausreicht.

Unbekannter Suchtauslöser

Die Forscher hatten den Ratten nach Angaben von Hoch in einer Serie von Fütterungen einmal die Chips vorgeworfen, ein anderes Mal vergleichbares Futter mit dem gleichen Anteil an Fetten und Kohlehydraten. Zwar aßen die Ratten von den Chips keine größeren Mengen als von dem anderen Futter - doch hinter dem Snack waren die Nager mit viel Aktivität hinterher. Messungen ergaben, dass beim Verzehr der Chips das Sucht- und Belohnungszentrum im Hirn der Ratten eine deutlich erhöhte Aktivität zeigte.

Können die bisher noch unbekannten molekularen Suchtauslöser in Snacks identifiziert werden, wird es den Wissenschaftern zufolge eventuell möglich, diesen Nahrungsmitteln künftig Substanzen beizumischen, die den "Lustfaktor" blockieren und so zu einem maßvolleren Konsum der Snacks führen. (APA, 11.3.2013)

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Ich freß immer die ganze Packung leer. Leider.

Jetzt weiß ich, es ist nicht meine Schuld. Also nicht schwacher Wille sondern Drogenopfer!

Wahrscheinlich das Acrylamid :)

"Können die bisher noch unbekannten molekularen Suchtauslöser in Snacks identifiziert werden, wird es den Wissenschaftern zufolge eventuell möglich, diesen Nahrungsmitteln künftig Substanzen beizumischen, die den "Lustfaktor" blockieren und so zu ein

wohl eher das gegenteil wird der fall sein. wer sagt denn dass diese "unbekannten substanzen" nicht absichtlich beigefügt werden... ;)

Es reicht schon, einfach was anderes zu kaufen.
Ich habe in unserem Haushalt Chips durch Schweinekrusten ersetzt. Da braucht es schon mal eine gewisse Überwindung, die Packung überhaupt aufzumachen und dann ist man mit diesem Zeug, das keine Kohlenhydrate enthält, mit wenigen Bissen satt.

NaCl

...erhöht die Dopaminausschüttung....:)

In Kartoffelchips ist kein Zucker enthalten.

Kartoffeln enthalten Stärke uns Stärke wird im Körper zu Zucker umgewandelt.

Kartoffel enthalten keinen Zucker... wird aber trotzdem auch Chips zugesetzt... - Geschmacksverstärker...

'wird es den Wissenschaftern zufolge eventuell möglich, diesen Nahrungsmitteln künftig Substanzen beizumischen, die den "Lustfaktor" blockieren und so zu einem maßvolleren Konsum der Snacks führen'

den herstellern aber SICHER NICHT.

War nicht hier im Glutamat-Artikel vor kurzem davon die Rede, dass das Glutamat dafür verantwortlich ist, dass man bei den Chips (und sonst) nicht aufhören kann?

Klassische Chips enthalten kein Gltamat. Die bestehen nur aus Erdäpfel, Fett und Salz.

Nur die aromatisierten sowie Pringles etc. (aber das sind ja auch keine echten Chips) enthalten meistens Geschmacksverstärker.

Und anscheinend die Lorenz "Naturals" ...

mit "rein natürlichen Zutaten" ... "keine künstlichen Geschmacksverstärker"! Dass Hefeextrakt = Glutamat ist, weiß ich allerdings auch erst seit dem Glutamat-Artikel. Der läuft bei Lorenz aber anscheinend unter "natürlicher Geschmacksverstärker" ;-)

Es ist viel mehr:

Habe ich eine Packung angefangen, es spielt keine rolle was es ist. Ich habe immer den drang es zu ende zu bringen.
Ich bin weder Psychologe noch Biologe aber vielleicht ist es schlichtweg dieser drang das angefangene zu ende zu bringen.

jaja...

ich lache auch immer über die wiederverschließbaren kekspackungen... hab ich persönlich noch nie zusammengebracht : )

Tolle wissenschaftliche Untersuchung: einmal Chips, daneben rohe Kartoffeln +n Kännchen Öl, ned viel anderes bedeutet die gleiche Menge an KH und Fetten.

Wer hätte gedacht dass die Viecher lieber die Chips essen. Die Sendung mit der Maus war wissenschaftlicher.

"...den "Lustfaktor" blockieren und so zu einem maßvolleren Konsum der Snacks führen."

Oder aber genau das gegenteil zu bewirken.

Dann können wir uns darauf einstellen, dass in der Zutatenliste von fast allen industriell hergestellte Lebensmittel "Kartoffelextrakt" zu finden sein wird.

Keine künstlichen zusätze also. Gesund genießen, wie schön ;-)

Jetzt habt ihr sie erwischt :-) Jahrelang gehütetes Geheimnis wie man Kunden süchtig macht...

geben sie ihrem haustier immer eine gefüllte schüssel bis es nicht mehr frisst, das wird bei den meisten solange sein bis sie platzen u so werden sie fett, nur die wenigsten wissen, wann sie genug haben

detto beim menschen

Dafür brauchts keinen molekularen Suchtauslöser.

Es liegt nicht an der Menge Fett und Zucker, sondern am wohlabgestimmten Gesamterlebnis.

Das ergibt sich beim Geschmack aus der Mischung an Röststoffen und Salz. Sonst müsste man den Effekt ja auch bei einem Butterbrot haben.

Das knackige Geräusch macht auch was aus. Weiche (feuchte) Chips sind fad.

Bei Kartoffeln ist es auch ein bestimmter Geruch, gerade die alten Sorten dufteten so herrlich, wenn man sie kochte.

Noch nicht näher definierte Stoffe?!??

Natriumglutamat, Aspartam, Saccharin und die ganze weitere Chemiepalette die da drin ist! Das ist ja ganz absichtlich!

Deshalb sind ja Chips so süß....

Santa Maria Nachos! ganz schlimm

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