"Glass Collective" soll Apps für Google-Brille fördern

11. April 2013, 10:13
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Investoren sehen im Wearable einen Paradigmenwechsel

Kommenden Monat, Mai, könnten die ersten "Glass"-Datenbrillen auf die Reise zu ihren neuen Besitzern gehen. Das hofft jedenfalls Steve Lee, der bei Google die Produktion des Geräts leitet. Es wird also langsam ernst mit Googles Vision eines tragbaren Augmented Reality-Kommunikationsgerätes.

Angesehene Investoren

Freilich geht es nicht nur um die technische Weiterentwicklung und Verfeinerung der Hardware. Der Erfolg oder Misserfolg des "Glass"-Projektes wird in hohem Maße davon abhängen, wie vielseitig und nützlich sich die Hightech-Brille im Alltag tatsächlich erweist. Hier kommen die Apps und das "Glass Collective" ins Spiel.

Das Unternehmenskollektiv besteht aus Andreessen Horowitz, Kleiner Perkins Caufield & Byers und Google Ventures. Alle drei sollen mit ihrer Finanzkraft und klugen Investitionen in aussichtsreiche Entwicklungen dem Glass-Ökosystem den Weg bereiten.

"Ja, das ist die Zukunft"

Alleine KPCB hat über seinen Investmentfund "iFund" schon über 450 Millionen Dollar in den Bereich mobiler Software gesteckt. Das Unternehmen gehört gleichzeitig zu den frühen Investoren in Google selbst, wie TechCrunch berichtet. Viel Überzeugungsarbeit soll nicht notwendig gewesen sein, bis man die Firma an Bord hatte.

Und auch John Doerr von KPCB hält "Glass" für wesentlich mehr als ein einfaches Wearable-Experiment. "Wir alle kennen die Macht der Plattformen. Wenn man ein großartiges Produkt mit robusten Schnitttstellen hat, dann entfaltet sich die Vorstellungskraft von Unternehmern und aufregende Dinge passieren. Wir haben es beim Internet erlebt, wir haben es beim App Store erlebt."

Bill Maris von Google Ventures lobt die Datenbrille auch in höchsten Tönen und erwartet nichts anderes als einen Paradigmenwechsel, wie er auch bei Browsern und Mobiltelefonen stattgefunden hat. Mac Andreessens Kommentar: "Man zieht Glass an und denkt: 'Ja, das ist die Zukunft'."

Spiele, Bildung, Medizin

Die Investoren haben unterschiedliche Vorstellungen davon, in welchen Bereichen sich "Glass" am besten bewähren könnte. Andreessen schwebt ein Augmented-Reality-Zombiespiel vor. Noch größer schätzt er die Bedeutung von Glass aber im medizinischen Bereich ein.

Doerr wiederum erkennt eine Chance, die Isolation heutiger Lernumfelder zu reduzierenn. Sergey Brin, Googles Technikchef mit der meisten Hands-on-Erfahrung mit Glass, würde die Brille gerne als Sucher für seine digitale Spiegelreflexkamera verwenden können und auf Radausflügen darauf seinen aktuellen Puls ablesen können.

Ein paar Entwickler dürften schon in die nähere Auswahl für eine Finanzspritze des Kollektivs gerückt sein, wenngleich man freilich noch keine Details bekanntgegeben hat. Verraten wurde nur, dass bei Twitter und Path bereits darüber nachgedacht wird, welche Apps man für Glass entwickeln könnte.

Vorteile und Risiken

Natürlich geht es auch um Geld, das Glass Collective verspricht sich von seinen künftigen Beteiligungen natürlich auch einen entsprechenden Return of Investment. Mit dem frühen Start verschafft man sich einen Zeitvorteil gegenüber anderen Investoren, nimmt aber auch ein entsprechendes Risiko auf sich, denn es ist nicht zu erwarten, dass sich die Datenbrille einfach an die Kunden bringen lassen wird. (red, derStandard.at, 11.04.2013)

  • Die Investoren des "Glass Collective" haben hohe Erwartungen an Googles Datenbrille.
    foto: google

    Die Investoren des "Glass Collective" haben hohe Erwartungen an Googles Datenbrille.

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