EU soll Googles "trojanisches Pferd"

7. Mai 2013, 18:33
posten

Android bändigen Konkurrenten beschweren sich bei Brüsseler Kartellbehörde über Betriebssystem des Internetkonzerns

Brüssel/Wien - Google droht weiterer Ärger mit der Brüsseler Kartellbehörde. Mehrere Konkurrenten des Internetkonzerns haben gemeinsam bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen das von Google entwickelte und mittlerweile auf Smartphones am meisten verbreitete Mobilfunk-Betriebssystem Android eingereicht.

Der Vorwurf: Google wolle durch wettbewerbsfeindliches Verhalten das Geschäft mit mobilem Internet dominieren und seine Kontrolle über Konsumentendaten im Internet zementieren. "Google nutzt das Android-Betriebssystem als ein ,trojanisches Pferd', um Partner hinters Licht zu führen, das mobile Geschäft zu monopolisieren und Nutzer- daten zu kontrollieren", heißt es in einer Mitteilung von Fairsearch. Der Lobbyorganisation gehören Google-Rivalen wie Nokia, Microsoft oder Oracle an.

Dominanz am Smartphone-Markt

Die Argumentation der Gegner: Der Internetkonzern habe seine Dominanz im Smartphone-Markt erreicht, indem er Android Geräteherstellern wie Samsung, LG und HTC kostenlos zur Verfügung stelle. Wollten sie beliebte Anwendungen des Internetkonzerns wie den Kartendienst Maps oder das Videoportal Youtube installieren, müssten sie jedoch ein ganzes Paket von Google-Apps installieren und sie auf der Smartphone-Oberfläche prominent platzieren. Dieses Vorgehen benachteilige andere Anbieter. Android hat bei Smartphones rund 70 Prozent Marktanteil und legt auch im Tablet-Markt deutlich zu.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia kommentierte die Vorwürfe nicht. Die EU-Kommission nehme Android aber bereits unter die Lupe, sagte er der New York Times. Diese Untersuchung läuft unabhängig von einem im November 2010 eröffneten Kartellverfahren, in dem die Behörde überprüft, ob Google seine marktbeherrschende Stellung im Suchmaschinen-Geschäft ausnutzt und Konkurrenten zugunsten seiner eigenen Dienste benachteiligt. (dpa, kat, DER STANDARD, 10.4.2013)

Share if you care.