Österreich als Steueroase bald Geschichte?

9. April 2013, 14:13
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Der automatische Informationsaustausch wird kommen, derStandard.at hat sich umgehört, was das für den Finanzplatz und die Moral bedeutet

Bankgeheimnis bald Geschichte | Schwarzgeld in Österreich | Folgen für Finanzplatz Österreich | Moralische Pflicht | Verdunkelungsoase

Bankgeheimnis bald Geschichte?

Wie zuvor Luxemburg hat nun auch Österreich die bevorstehende Abschaffung des Steuer- bzw. Bankgeheimnisses von ausländischen Anlegern eingeleitet. Nach heißen Diskussionen am Wochenende und heftigem Widerstand – vor allem von Seiten der ÖVP – erklärt nun Bundeskanzler Werner Faymann, in der EU über einen automatischen Informationsaustausch zu reden. "Wir werden die Verhandlungen gemeinsam mit Luxemburg führen. Jawohl, wir verhandeln", sagte der Kanzler.

Im Kampf gegen Schwarzgeld und Steuerflucht ist es für Faymann zu wenig, nur bei Verdacht auf Straftaten Kontoauskünfte zu erteilen. Dass Steuerflüchtlinge versuchten, über Konstruktionen ihrer Steuerpflicht zu entgehen, müsse abgestellt werden. Daran habe Österreich "alles Interesse der Welt". Man habe kein Interesse, dass da etwas im Dunkeln liege. Dass es so kommen wird, ist nicht ganz überraschend. Schon rund um die Zypern-Krise gerieten mehr oder weniger bedeutsame Steueroasen und -geheimnisse wieder in den Fokus der Kritiker.

  • Ulrich Thielemann: "Gesetzgeber eigentlicher Beihelfer".
    foto: katja hofmann

    Ulrich Thielemann: "Gesetzgeber eigentlicher Beihelfer".

  • Werner Doralt: "Summe der Schwarzgelder nicht seriös zu schätzen."
    foto: standard/corn

    Werner Doralt: "Summe der Schwarzgelder nicht seriös zu schätzen."

  • Erich Wolf: "Bankensektor wird weiter schrumpfen."
    foto: privat

    Erich Wolf: "Bankensektor wird weiter schrumpfen."

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