Kurze, aber intensive Pollensaison startet

9. April 2013, 09:29
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Weil Birken und andere Baumarten wie Esche, Weide und Pappel gleichzeitig blühen, müssen sich Allergiker auf eine kurze, aber heftige Pollensaison einstellen

Mit dem Frühling beginnt auch die neue Pollensaison. Schon jetzt blühen die ersten Eschen und in den kommenden Tagen beginnt verbreitet die Birkenblüte. "Gerade die Birke besitzt erhebliches allergenes Potential und sorgt bei vielen sogar für die stärkste Belastung im Jahresverlauf", sagt Biowetterexperte Michael Beisenherz vom Wetterdienst UBIMET.

Leidenszeit kürzer

Durch den ungewöhnlich langen Winter hielt sich die Belastung bisher in Grenzen, die bevorstehende Birkenblüte wird aber aller Voraussicht nach ein großes Pollenaufkommen in kurzer Zeit mit sich bringen. "Nach der langen Verzögerung sind die Birken in weiten Regionen gleichzeitig blühbereit und beginnen nicht wie in anderen Jahren sukzessive zu blühen", sagt Beisenherz.

Besonders hart trifft es jene Allergiker, die neben Birke auch auf andere Baumarten wie Esche, Weide, Pappel, Buche oder Eiche reagieren. Die sonst gegeneinander verschobenen Spitzen an Pollenaufkommen fallen zusammen und summieren sich in ihrer Auswirkung. "Immerhin fällt die Leidenszeit damit auch kürzer aus als in anderen Jahren", so Beisenherz.

"Schwefelregen" harmlos

In manchen Jahren ist soviel Blütenstaub in der Luft, dass Fenster- und Autoscheiben mit einem gelblichen Pulver bedeckt werden. Dieser "Schwefelregen" besteht aber hauptsächlich aus Nadelbaumpollen und weist so gut wie gar kein allergenes Potential auf. Generell sind es nicht die Pollenkörner selbst, die die Allergie verursachen, sondern die von manchen Pollen freigesetzten Proteine und andere Substanzen. Pollen der Nadelhölzer sind daher harmlos: Aus ihnen treten keine Substanzen aus, die vom menschlichen Immunsystem als Fremdeiweiß angesehen werden und damit eine allergische Reaktion auslösen können.

Nach den verschiedenen Bäumen folgen als nächstes Hauptallergen die Gräser, besonders der Roggen. Regulär beginnen die Gräser im Mai zu blühen, bis dahin holt die Vegetation einen vorherigen Rückstand erfahrungsgemäß zumindest teilweise auf. Im Spätsommer blühen dann verschiedene Beifußarten und schließlich verlängert im östlichen Flachland das aus Nordamerika eingeschleppte Ragweed oder Traubenkraut die Pollensaison bis in den Herbst. (red, derStandard.at, 9.4.2013)

  • Allergiker müssen sich heuer auf eine kurze, aber intensive Pollensaison gefasst machen.
    foto: dpa/boris roessler

    Allergiker müssen sich heuer auf eine kurze, aber intensive Pollensaison gefasst machen.

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